Maria

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Einleitend möchte ich gerne anfügen, dass ich Bibelgeschichten sinnbildlich verstehe und frei in jeglicher Hinsicht interpretiere.

Obwohl ich römisch-katholisch bin, sehe ich mich nicht unbedingt einer Glaubensrichtung zugehörig. Vielmehr ist Religion für mich ein Konstrukt. Der Dalai Lama spricht davon, dass man seinen religiösen Wurzeln treu bleiben sollte. Das macht Sinn, ist man/frau doch oftmals stark geprägt in dieser Hinsicht.

Ich fühlte mich als Kind der Religion sehr nahe, besonders von der Geschichte Jesus war ich tief berührt, aber den römisch katholischen Glauben mit seinen Dogmen und seiner Starrheit und die daraus resultierende Erziehung fand ich schrecklich. Ein drohender, strafender Gott, der alles weiß und alles sieht, das Fegefeuer, die ewige Verdammnis, das Leben als Jammertal… Ganz zu schweigen davon was Menschen im Namen Gottes (oder in wessen auch immer) Unsinniges und Grausames verübten und es noch tun.

Doch was ist „Gott“ (für mich)? Gott ist pures Leben, die Energie die durch alles Lebendige fließt und somit Liebe, den Liebe ist Leben. Leben und Liebe bedingen einander. 

Ich bin nicht bibelfest im klassischen Sinne (ganz ehrlich spricht mich die Bibel nicht an), aber ich weiß, dass die unbefleckte Empfängnis Marias sich auf das Werden Marias bezieht und nicht darauf, dass Maria Jesus empfangen hat. Das bedeutet, dass Maria ohne Erbsünde geboren wurde, ohne Verstrickungen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde, in Achtsamkeit ohne Be- und Verurteilung und in der Lage Jesus bedingungslos zu lieben und Jesus wiederum liebte bedingungslos. Ich liebe das Sinnbild seiner Geburt. Ein Kindlein in einer Krippe auf Heu und Stroh – die Liebe, die satt macht. 

Wenn jeder Mensch sein Kind – seine Kinder bedingungslos lieben würde, wäre diese Welt ein besserer Ort. Was aber wenn man/frau diese Liebe nur bedingt erhalten hat oder im schlimmsten Fall die bedingungslose Liebe des Kindes missbraucht wurde? Ich glaube der Weg liegt darin, sich selbst lieben zu lernen, sich anzunehmen, sich selbst eine Mutter Gottes – eine Mutter der Liebe zu sein und sich trotz allem Erlebten für die Liebe zu entscheiden. Das braucht Zeit, Kraft, Hilfe und Mut. Ich wünsche es jedem, der es benötigt. Es tut weh zu heilen. Das Kreuz zu tragen. Viele tragen so schwer und machen doch auch so viel Mut. Die Furcht und das sinnbildliche Sterben, das Verlassensein von Liebe und die Wiederauferstehung der Liebe. 

Sehnsucht

Sehnsucht nach Liebe ist Liebe. Und siehe, du bist schon gerettet, wenn du versuchst, der Liebe entgegenzuwandern. ANTOINE DE SAINT-EXUPÉRY

Achtsamkeit – Woche 25

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Die Übung „endloses Verlangen“ war sehr spannend.

Fazit:

Endloses Verlangen kann unfrei und unzufrieden machen. Vieles nach dem wir verlangen, insbesondere in materieller Hinsicht ist ein kurzes Glücklickmachen, nach dem meist Leere herrscht, die wiederum mit Verlangen gefüllt wird. (Auf etwas zu sparen oder bis zum Kauf einige Tage zu warten, ist einer der besten Spartipps die ich kenne.)

Wenn wir verlangen, dass eine Situation oder das Verhalten eines Menschen sich ohne unser Zutun ändern muss, machen wir uns mitunter unglücklich. Auf der anderen Seite ist Verlangen meiner Meinung nach gut und wichtig. Das Verlangen nach Ruhe, Anerkennung, Liebe… – ist elementar und die Erfüllung lebensnotwendig. Sehr interessant finde ich den

Wortursprung:

mittelhochdeutsch verlangen, zu langen, ursprünglich unpersönlich gebraucht, die Bedeutung »begehren« entwickelte sich aus »(zeitlich) lang dünken« (Duden)

„langen“ bedeutet:

in einem Maß, einer Menge vorhanden sein, die für etwas reicht; ausreichen, genügen (Duden)

dünken:

jemandem so vorkommen, scheinen (Duden)

Verlangen ist demnach auch eine sehr individuelle Angelegenheit, geprägt von Charakter, Temperament, Erziehung, Konditionierungen, Emotionen, Lebensphasen…

Spannend ist vor allem die zeitliche Komponente, die auch in der Wortherkunft (zeitlich lang dünken) zum Ausdruck gebracht wird. Ein Verlangen liegt in seiner Erfüllung außerhalb des jetzigen Momentes.

Verlangen (desiderium [lat.], desire [engl.], désir [frz.]) ist ein Erregungszustand, der die menschliche Psyche auf bestimmte Zielzustände richtet. Dieses Gerichtetsein hat gemäß der sogenannten Anreiztheorien [1] die Form der Erwartung von etwas, was für das Individuum einen Anreizwert darstellt. Anreiz ist die antizipierte Emotion mit Blick auf den Zielzustand, der Anreizwert das Maß an positiver Emotion, das mit dem anvisierten Zielzustand verbunden wird.[2]

Wikipedia

Wenn wir uns des Verlangens bewusst sind, hilft das insofern, dass wir eventuell erkönnen können, woher dieses Verlangen stammt ob es ein tiefes Verlangen oder ein vorübergehendes ist, ein persönliches oder ein anerzogenes und wir sind in der Lage bewusst zu entscheiden ob wir einem Verlangen nachgeben wollen oder nicht.

In Beziehungen steht oft das Verlangen (ein starkes Bedürfnis) der einen Person in Widerspruch zum Verlangen der anderen Person, oder es werden Dinge verlangt, die jemand (noch) nicht erfüllen kann oder nicht möchte. Verlangen muss sowohl die eigenes Ganzheit, das eigene Heilsein, als auch das des anderen berücksichtigen.

Die nächste Übung lautet: „Das Leiden studieren“.

Unter der Kategorie Achtsamkeitschallenge findet ihr die vorangegangenen Beiträge.

Die Leseprobe mit allen Übungen gibt es hier

TIPP: Ein Jahresprojekt „Achtsam durch den Tag“ (wie meine Achtsamkeitschallenge) und viele verschiedene Links zum Thema Achtsamkeit findet ihr bei widerstandistzweckmässig

 

Hochsensibilität – Gedanken und Links

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Hier habe ich einen Bericht über die Frage ob und in welcher Form es Hochsensibilität gibt, gefunden. Er beinhaltet meiner Meinung nach interessante Ansätze. Der These, dass es sich bei Hochsensibilität um ein hauptsächlich von Angst gesteuertes, psychologisches Phänomen handelt, kann ich nicht zustimmen. Ich sehe es eher so, dass Angst wie ein Katalysator für Hochsensibilität wirkt. (Benita hat das in den Kommentaren meines letzten Beitrags Prinzessin auf der Erbse sehr treffend beschrieben und mir diesbezüglich auf die Sprünge geholfen) und dass Angst eventuell aufgrund einer erhöhten Wahrnehmungsfähigkeit als Begleiterscheinung auftreten kann.

Hier findest du eine tolle Podcastfolge von Laura Seiler zu dem Thema. Du findest sie auch auf YouTube
Die Forschung steckt was dieses Thema betrifft noch in den Kinderschuhen. Letztens habe ich mich mit einer Mama eines mittlerweile erwachsenen Sohnes mit autistischer Veranlagung unterhalten.  Als er in die Schule ging, war das Wissen, Begreifen und Verstehen der Thematik gleich 0, was für alle oft sehr belastend war… Mittlerweile ist die Materie sehr viel besser erforscht (hier)

Wir alle haben unterschiedliche Begabungen und Persönlichkeiten. Vielleicht ist man zu lange von einem Idealbild der Persönlichkeit ausgegangen, das langsam zu bröckeln beginnt…

Und es gibt meiner Meinung nach Etliches, das wir noch nicht wissen und begriffen habe…

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Tag mit Blick und Liebe für die eigenen Begabungen ❤️

Prinzessin auf der Erbse

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Die letzten Tage habe ich mich mit dem Thema Hochsensibiliät beschäftigt (Liebe Benita, liebe Maria – ich danke euch für´s Wieder-Hinführen zu dem Thema und auch dir liebe Luise – ich denke ich kann deine Beiträge jetzt auch wieder „leichter“ lesen – ich hoffe du verstehst wie ich das meine, ansonsten frag bitte gerne nach!)

Obwohl ich mich davor bereits mit der Thematik auseinandergesetzt hatte, fand ich zuvor keinen richtigen Zugang bzw. brauchte das Für-mich-Begreifen seine Zeit.

Gestern habe ich auf Soundcloud den Vortrag „Hochsensibel – mach was draus!“ von Carolin Otzelberger gefunden und ich habe für mich vieles begreifen und mitnehmen können. Falls euch der Vortrag interessiert, findet ihr ihn hier.

Ich möchte in diesem Beitrag gerne die für mich wesentlichen Dinge festhalten.

Hochsensibiliät ist keine Ausnahmeerscheinung per se

Wir alle sind zu einer hohen bzw. höheren Wahrnehmungsfähigkeit fähig, die man meiner Meinung nach mittels Achtsamkeitsübungen (Achtsamkeit – Woche 23) schulen,  aber ebenso mit verschiedenen Mitteln (übermäßiger Konsum beispielsweise) unterdrücken kann. Ich denke aber, dass es Menschen gibt, die mehr wahrnehmen bzw. anders/anderes wahrnehmen als andere. Teils aufgrund ihrer angeborenen Konstitution, teils aufgrund der Erziehung bzw. der Umstände, die in der Kindheit vorherrschend waren. Hier finde ich wichtig zu bedenken, dass wir die Realität durch unsere Filter sehen und unser Wahrnehmung aufgrund von tiefliegenden Ängsten verzerrt sein könnte. (Siehe Übung 6)

Wenn es dir wie mir schwerfällt eigene und fremde Gedanken und Gefühle zu trennen, oder dich eigene und fremde Gedanken bzw. Gefühle überrollen, könnten folgende Übungen hilfreich sein. Dazu möchte ich sehr gerne sagen, dass die sogenannte Energiearbeit für mich insofern kein Hokuspokus ist, da das Gehirn nicht zwischen Vorstellung und Realität unterscheidet. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Sich-Sorgen-Machen. Die bedrohende Situation ist noch nicht eingetreten und es ist fraglich ob sie überhaupt jemals in dieser Form eintreten wird und dennoch reagiert unser ganzes Wesen auf diesen rein in der Vorstellung vorhandenen Umstand.

Übung 1:

Wenn ihr mögt, denkt an ein Thema, das euch sehr beschäftigt (z.B. ich bin zu dick) und spürt in euch rein ob das wirklich eure Überzeugungen und Gedanken sind, oder ob ihr die von anderen Menschen übernommen habt. Besonders in unserer Kindheit wurde eine Menge von Emotionen, Glaubensätzen, Ansichten auf uns projiziert, die nichts mit uns zu tun haben.

Folgende Fragen können sehr hilfreich sein:

„Ist diese Emotion wirklich meine?“

„Ist dieser Gedanke wirklich meiner?“

Übung 2:

Diese kann sich als sehr hilfreich bei Stress und Überlastung aufgrund einer erhöhten Wahrnehmung erweisen, also wenn einfach alles gerade zu viel wird. Erwähnenswert in dem Zusammenhang finde ich, dass wenn man eine höhere Wahrnehmung hat, Stress und Überforderung generell so weit wie möglich vermieden werden sollte. (Ich habe Jahre gebraucht um das zu erkennen und umzusetzen!)

Wenn ihr mögt, schickt im Gedanken (ihr könnt das sehr gerne mit den Händen untermalen) alles das was an Gedanken, Empfindungen, Gefühlen, Ansichten nicht zu euch gehört pauschal an den Absender zurück. Es spielt keine Rolle ob man genau weiß woher das Paket  stammt. Ich stelle mir gerne einen Paketaufkleber mit der Aufschrift „ZURÜCK – RETURN“ vor. Das Gleiche gilt für Aufgaben. Hier hilft die Überlegung: „sind das meine Aufgaben, oder sind das Aufgaben eines anderen?“

Übung 3:

Diese Übung oder besser gesagt Erkenntnis war für mich eine enorme Erleichterung:

Wir sind nicht für alles was wir wahrnehmen verantwortlich.

Wenn du fühlst, dass es dem Menschen mit dem du gerade sprichst, nicht gutgeht, musst du das nicht verändern. Wenn die Nachbarn Zank miteinander haben, musst du das nicht ändern. Du kannst das was du wahrnimmst einfach so sein lassen. Das soll keinesfalls heißen, dass du nur mehr hart und kalt durch die Welt marschieren sollst! Natürlich darfst und sollst du weiterhin hilfsbereit sein, aber du brauchst nicht alles zu deiner Angelegenheit machen und besonders brauchst du nicht erwachsenen Menschen zu helfen, die gar keine Hilfe wollen. Es reicht manchmal völlig aus wahrzunehmen und da zu sein. Wenn jemand Hilfe benötigt, wird er dich darauf ansprechen bzw. kann man das je nach Situation und Gefühl auch selbst machen, aber nicht bei jedem, immer und überall. Ein wenig anders sehe ich das bei Kindern. Hier ist es meiner Meinung nach sinnvoll einen Ticken genauer hinzuspüren, hinzusehen und gegebenenfalls öfters nachzufragen. Aber natürlich auch nicht permanent! Carolin spricht in ihrem Vortrag davon, dass wir manchmal einen sehr ausgeprägten „Retterinstinkt“ haben.

Übung 5:

Diese Übung mag ich besonders gerne! Unser Körper ist unser Wahrnehmungsapparat, gleich einer Antenne. Wenn jetzt ganz viele Reize und dazu gehören auch Stimmungen auf unseren Körper einwirken, kann es leicht zu Überforderung und Überreizung kommen, die sich dann körperlich ausdrückt. Wir werden (im besten Fall) hibbelig, nervös, unruhig. Wenn du magst, kannst du dir folgendes Bild vorstellen:

Zuallerst komme im Körper an, indem du seine Grenzen wahrnimmst und die Beine auf dem Boden, oder die Hände im Schoß spürst. Dann fange an dich im Gedanken nach allen Seiten hin auszudehnen. Nach oben, unten, rechts, links, sodass du anfangs das ganze Zimmer ausfüllst, dann das ganze Haus, die Straße, deine Stadt, dein Land usw. Gut ist, wenn du dich in alle Richtigungen gleichmäßig ausdehnst. Mir gibt diese Übung sofort ein unglaubliches Gefühl von Weite und Freiheit. ❤

Übung 6:

Wie anfangs erwähnt, sind viele Wahrnehmungen aufgrund von alten Pogrammen verzerrt. Diese Programme haben sich entwickelt, weil sie zu einer bestimmten Zeit in unserem Leben notwendig, oft überlebensnotwendig waren. Jedoch sind sie auch heute zum Teil noch sehr aktiv, oft in einem Ausmaß, das wenig oder gar nicht hilfreich ist. Neben den Pogrammen die uns geschützt haben, gibt es auch Programme, die wir bewusst, oder noch viel öfter unbewusst übernommen haben. Um solche Pogramme zu identifizieren, kann es hilfreich sein wenn du dir über eine längere Zeitraum Dinge und Geschehnisse notierst die du magst bzw. nicht magst. Zu den Programmen, die uns geschützt haben: Wenn du ein solches aufspüren, kannst du auf einer Skala von 1 bis 100 bestimmen wie aktiv dieses Programm noch in dir wirkt. Dann schau wie es sich anfühlt, wenn du den Regler (das kannst du dir gerne bildlich vorstellen) ein wenig zurückdrehst. Es reicht völlig aus in ganz kleinen Schritten vorzugehen. Bei mir ist zum Beispiel so, dass wenn mein Mann und ich neue Leute (insbesondere Frauen) kennenlernen, bei mir sofort ein Vergleichsprogramm und Verlassensangstprogramm anspringt. Wenn ich das im Gedanken ein wenig nach unten reguliere, fühle ich mich meist gleich ein Stückchen besser und reagiere nicht automatisch aufgrund tiefliegender Ängste.

Das war jetzt ein ziemlich langer Beitrag und ich danke allen die ihn bis zum Schluss gelesen haben. Ich hoffe ihr konntet was mitnehmen. Sollten euch Gedanken und Übungen nicht gefallen haben, lasst sie gerne liegen. Vielleicht mag sie ein anderer mitnehmen 🙂 Über eure Empfindungen, Erfahrungen und Gedanken zu dem Thema würde ich mich sehr freuen! Alles Liebe ❤

Quelle: („Hochsensibel – mach was draus!“ Carolin Otzelberger)

Heureka

Bild von unglaublichleicht 

Seit November beschäftigte mich die Tatsache, dass mir das Meditieren immer schwerer gefallen ist. Zuerst dachte ich, dass es etwas mit dem Sitzen zu tun hat und deswegen habe ich nur mehr im Liegen meditiert. Das ging eine Weile gut. Bei manchen Meditation besser, bei anderen schlechter und zum Schluss hin war es bei fast allen Meditationen (bis auf die zeitlich kurzen) nur mehr unangenehm. Das Gefühl mich nicht bewegen zu dürfen, hat mir großes körperliches und seelisches Unbehagen bereitet. Warum habe ich es also trotzdem gemacht? Dafür gibt es hauptsächlich zwei Gründe. Meine Meinung war, dass das Meditieren, ähnlich wie beim Training im körperlichen Bereich, durchaus ein wenig herausfordernd sein darf und ich konnte einfach nicht nachvollziehen warum das Stillhalten für mich so unfassbar schwierig ist.

Seit Kurzem beschäftige ich mich vermehrt mit den spannenden Erkenntnissen der Hirnforschung im Zusammenhang mit Achtsamkeit. Ein sehr gutes Buch dazu, das den achtsamen Umgang in der Kindererziehung zum Hauptthema hat ist: „Achtsame Kommunikation mit Kindern“ von Daniel J. Siegel & Tina Payne Bryson. Im Kapitel 4 dieses Buches geht es um das Integrieren von Erinnerungen als Weg zu Wachstum und Heilung. Dabei ist auch die Rede von expliziten und impliziten Erinnerung, grob gesagt Erinnerungen an die man sich bewusst (das erste Mal Windelwechseln) erinnern kann bzw. die eher unbewusst (das Windelwechseln als Prozess, über den man nicht mehr nachdenkt) von Statten gehen und an die man sich nicht bewusst erinnern kann. Hier ist es ganz gut beschrieben, finde ich.

Was hat das Ganze mit meiner Meditationspraxis zu tun? Im Alter von neun Jahren war ich drei Wochen im Krankenhaus und wurde nach unzähligen Untersuchungen an der Niere operiert. Ich kann mich nur an eine Untersuchung bewusst erinnern. Es war eine bei der ich, meiner subjektiven Erinnerung nach, keine Schmerzen empfunden habe. Ich weiß, dass ich furchtbare Angst vor Spritzen hatten. Die Zeckenschutzimpfung in der Schule war für mich schrecklich und ich habe meist bevor ich überhaupt in den Untersuchungsraum kam, geweint. 

Meiner Meinung nach assoziiert mein Gehirn das Stillhalten bei der Meditaiton mit dem Stillhalten bei den Untersuchungen im Krankenhaus und den daraus resultierenden Schmerzen (körperlich wie seelisch) Satzfragmente meiner Mutter aus meiner Erinnerung, die vielleicht noch ihr Übriges getan haben: „Sie haben einfach irgendetwas operiert… notwendig wäre es nicht gewesen…“ 

Ich habe meine Schlüsse daraus gezogen und bin dem Rat von lieben Bloggerinnen und Bloggern gefolgt und zur Gehmeditation (hier) übergegangen. Was auch sehr gut funktioniert ist progressive Muskelentspannung nach Jakobson (hier)

Ich wünsche euch allen einen guten Start in die Woche und alles Liebe! ❤

Es ist was es ist sagt die Liebe (Übung zur Selbstliebe)

Diese Übung ist eine der wichtigsten Übungen überhaupt. Es geht um bedingungslose Selbstakzeptanz und Annahme dessen was genau in diesem Augenblick, dem jetzigen Punkt deiner Reise, ist. Allzu oft überspringen wir diesen Schritt oder messen ihm geringe Bedeutung zu. Wir denken uns: Ja, ich nehme mich an, richten den Blick aber augenblicklich auf die Dinge, die wir noch nicht können, erreicht haben oder verbessern könnten. Daran ist nichts Verwerfliches, im Gegenteil. Wachstum bzw. Entwicklung geschieht ständig und ist richtig und gut, sollte jedoch mit liebevoller Haltung uns gegenüber geschehen. Und wenn wir uns dabei beobachten, dass wir diese Gedanken nicht hegen, versuchen wir auch das anzunehmen.

Eine kleine Übung dazu: wenn du magst, schließe die Augen und lass‘ den Atem fließen. Stelle dir eine Blütenknospe im Inneren der Mitte deines Brustkorbs vor (du kannst gerne die Hand auf die Stelle legen – am Besten intutiv), die langsam erblüht und sage laut oder im Gedanken: ich liebe mich genauso wie ich bin. Wiederhole die Übung so oft und so lange du magst. Ich stelle meinen Timer meist auf drei Minuten, oder mache die Übung wenn ich merke, dass ich mich selbst verurteile und sehr hart zu mir bin.

Nachtrag: wem der Gedanke an eine Blumenknospe zu blumig ist, kann sich zum Beispiel einen Lichtfunken, der immer größer wird, vorstellen 🌟🙂

Alles Liebe!