Capsule Wardrobe

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Eine Sache, die unser Leben als Großfamilie enorm erleichtert hat ist Minimalismus und besonders auch die Idee 💡 und Umsetzung einer reduzierten Garderobe (capsule wardrobe)

In meinem und im Kleiderschrank meiner Kinder sind bis auf ein paar Ausnahmen (Trachtenkleidung z.B.) hauptsächlich Dinge, die zusammenpassen (da möchte ich hinzufügen, dass das natürlich individuell ist 😊), die generell passen, die zum Großteil wetter- und jahreszeitunabhängig sind (Lagenlook olé), die gefallen und bequem und somit spiel- und alltagstauglich sind.

Was sich vielleicht ein bisschen fad und auch ein wenig kompliziert anhört, ist für mich auf positive Weise spannend, eine Herausforderung und wie schon erwähnt im Alltag total entspannend. 😊

In der Vergangenheit, als der Kleiderschrank noch übervoll war, hatte ich so oft das Gefühl ich hätte nichts anzuziehen.

Bei den Kindern hatte ich ebenfalls den Überblick verloren: was passt, was nicht, was fehlt, wovon ist zu viel da (kein Baby braucht 20 Shirts!), wovon zu wenig (hektisches im Winter eine saubere und passende Strumpfhose suchen adé)

Im Grunde natürlich ein Luxusproblem, aber es ist nun mal so, dass ich die Möglichkeit habe mich zu entscheiden – hilfreicher als Bewertung finde ich Bewusstsein.

„Jeder Kassenbon ist ein Stimmzettel “ Minimalismus im Gespräch

🙂 Alles Liebe! ❤️

Die Ware Achtsamkeit

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Achtsamkeit ist in aller Munde. Es gibt Bücher, Filme, Seminare und Zeitschriften zum Thema Achtsamkeit und das ist erst die Spitze des Produkteeisberges. Wir sind darauf konditioniert, und da nehme ich mich auf keinen Fall aus (ganz im Gegenteil – sonst gäbe es diesen Blogbeitrag nicht), dass wir eine Fähigkeit erwerben können indem wir kaufen.

Es ist aber auch so, dass Neues unser Gehirn anregt und die Neuroplastizität fördert (Quelle: hier)

Vielleicht gelingt es uns dieses Neue in jedem neuen Moment zu finden…

 

Davon bin ich weit entfernt; es sollte auch nicht als Patent(d)lösung dienen, inspiriert mich jedoch sehr:

Das Geheimnis eines glücklichen Lebens liegt in der Entsagung.

Man soll weder annehmen noch besitzen, was man nicht wirklich zum Leben braucht.

(Mahatma Gandhi)

O(m)h mein Gott…

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Ich darf sagen die meisten Tage verlaufen bei uns seit einiger Zeit trotz dass wir so ein großes buntes Kuddelmuddel sind und Dank der 3 R (Routinen, Regeln und Rituale) durchwegs harmonisch. Quasi in Balance mit allem  was dazugehört, aber es gibt dennoch Tage, da denk ich mir, ich werd verrückt. Die Kleinen schreien und zettern und hängen einzeln oder im Doppelpack an meinen Beinen und wollen getragen werden – am Besten beide gleichzeitig und das ohne Übertreibung den ganzen Tag. Meistens empfinde ich das als großes Glück, dann setze ich mich zu ihnen auf den Boden und sie turnen und kraxeln wie kleine Fuchskinder auf mir rum. Ich muss dann immer an die Naturdokumentationen denken wo die Tierbabies raufen und auf der Tiermama herumtollen während sie gemächlich daliegt oder sitzt auch ich genieße mein Fuchmamadasein. Ich nehme mir bewusst die Zeit und schenke ihnen meine volle Aufmerksamkeit und wir spielen. Eher blöd wenn das nicht der Fall ist, weil ich versprochen, mir vorgenommen und eingebildet habe genau an diesem Tag Dinge zu erledigen, die ich unmöglich verschieben kann, will oder darf oder in meinen alten Perfektionismus- und Kontrollmodus abdrifte. Dann wird es haarig. Komisch, dass genau an solch einem Tag ständig essen wollen, aber nichts schmeckt ihnen so richtig und es landet wahlweise gut durchgekaut auf dem Boden oder in den Haaren. Zum Alleine-Spielen haben sie keine Zeit, weil sie von mir getragen werden wollen und wenn sie spielen streiten sie. An solchen Tagen geht dann meist noch irgendetwas kaputt, ich habe Streit mit meinem Mann und meiner großer Tochter und meine Mittlere möchte unbedingt und auf der Stelle eine Meerjungfrauschwanzflosse.

Zum Glück ist es nicht mehr so, dass ich mich nach solchen Tag selbst anklage und verurteile nicht gleich gesehen und gehandelt zu haben. Natürlich gibt es Dinge, die wollen und sollen erledigt werden. In vielen Fälle ist es aber so, dass wir denken wir müssen genau das, genau jetzt und genau auf die eine Art und Weise erledigen. Dabei kann vieles entschleunigt werden, warten und perfekt unperfekt sein.

Vertrauen anstatt Kontrolle, Achtsamkeit anstatt Autopilot, Selbstverantwortung anstatt Konditionierung.

 

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Alles Liebe ❤️️

Bild von unglaublich leicht

 

Der optimierte Mensch

Wachstum ist in allen Bereichen, ständig und immer präsent. Wie schaffen wir es uns, unser Umfeld, die Art wie wir leben, die Dinge die wir (be)nutzen zu optimieren? Einerseits gibt es die Rückkehr zum Minimalismus, der Mensch ist gesättigt, übersättigt und erschlagen von den abertausenden Konsumangeboten und Versprechungen, ABER gleichzeitig hat sich ein neues Tor geöffnet. Das Gelöbnis von einem imaginären Land in dem Milch und Honig fließen, wenn man sich selbst und seine Lebensweise verbessert und im besten Falle zur Vervollkommnung bringt. Vor einigen Tagen habe ich einen interessanten Post gelesen. In einem Kommentar schreibt die Verfasserin:

„Und im Grunde genommen ist das ja auch nichts anderes als übermäßiges Konsumieren.“

Absolut. Am Beispiel Persönlichkeitsentwicklung: Ich finde in diesem Bereich Wachstum wichtig und gut, sehr gut sogar! Manchen Dingen stehe ich jedoch sehr kritisch gegenüber.

Ich investiere in mich, in meine Person, in meine Entwicklung…

Okay, aber ist es wirklich notwendig ein oder mehrere Seminare um hunderte von Euros zu besuchen? Und wenn ich teilnehme, konsumiere ich dadurch auch wieder in anderen Bereichen.

Es geht finanziell noch besser

Ein Sache, die in dem Zusammenhang öfters zur Sprache kommt und mir etwas suspekt ist, ist die Annahme, dass man mit x Euros im Monat glücklich sein, aber das man locker auch xxx Euros am Tag verdienen kann. Alles eine Frage der Einstellung und Optimierung.

Die Kraft der Anziehung – du bekommst was du verdienst

Ich verstehe, dass wie man in den Wald hineinschreit, es auch herausschallt. Aber was ist mit dem Schicksal? Was ist mit den unverständlichen Dingen die passieren? Ist eine Mutter etwa „schuld“, dass ihr Kind behindert oder krank zur Welt gekommen ist? (Anmerkung: ich sehe ein krankes oder behindertes Kind keinesfalls als Bestrafung!) Ist ein Mensch „verantwortlich“, wenn er bei einem Verkehrsunfall ohne ihn selbst verursacht zu haben, jemanden schwer verletzt? Hat ein Mädchen, das vergewaltigt wurde, dieses Geschehen angezogen? Und jetzt erzähle diesen Menschen von der Kraft der Anziehung – ich denke das ist wie ein Schlag ins Gesicht. Ich finde in dem Zusammenhang den Zugang besser, dass der Mensch lernt einen Sinn in all den schlimmen Dingen zu sehen, indem er anderen Menschen, die Ähnliches erlebt haben, oder denen es genauso geht helfen kann. Außerdem glaube ich, dass wir einfach nicht auf alle Fragen des Lebens eine Antwort haben.

Ändere dein Umfeld

Um wachsen zu können, ist es unumgänglich sein Umfeld zu ändern. Zum Teil mag das stimmen. Klar ist es nicht schön, wenn man von Schwarzmalern und Nörglern umgeben ist, aber auch Menschen, die im Grunde ihres Kerns positiv und weltoffen sind, sind manchmal Grantelbärte und haben hin und wieder einen schlechten Tag. Vielleicht ist mein Partner manchmal ein Griesgram, aber im Grunde ein herzensguter Mensch. Tausche ich ihn deswegen gegen eine scheinbar „optimalere“ Version aus? Werden die Leute nicht auch deswegen immer einsamer, weil sie Erwartungen haben, die kein Mensch mehr oder nur schwer erfüllen kann?

Lebe deinen Traum 

Dein Traum ist es als Musiker groß rauszukommen? Wenn dir das nötige Talent fehlt, wird das eventuell schwierig. Warum denken wir jedem stehen alle Möglichkeiten offen? Der liebe Gott, das Universum, Allah oder wer auch immer verteilt die Gaben nicht gleichmäßig. Du kannst zeichnen, er kann singen, sie sieht wahnsinnig gut aus – der eine kriegt von allem sehr viel – der andere wenig. Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass man seine Gaben erkennt und annimmt.

Warum ich das alles schreibe? Weil ich Zeit meines Lebens auf der Suche nach Liebe, Anerkennung und Glück war. Weil diese Suche auch ein gewisses Suchtpotential beinhaltet. Menschen wie ich werden von genau solchen Dingen angezogen, lassen sich ganz hineinfallen und konsumieren im Übermaß und suchen wenn es nicht funktioniert die Schuld bei sich und auch bei anderen. Machen noch mehr, versuchen es noch intensiver.

Persönlichkeitsentwicklung ist toll, aber zu hinterfragen.