Achtsamkeit Woche 37 – der Wind

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Wind ist für mich gleichbedeutend mit Veränderung und die gab es in meinem Leben zuhauf. Ich bin mit 38 Jahren bereits 16 Mal umgezogen und möchte gar nicht beurteilen ob das per se nun gut oder schlecht war, ABER ich bin sehr froh jetzt angekommen zu sein, mich zuhause zu fühlen und mein Leben mit Routine, Rhythmus und Regelmäßigkeit zu füllen.

Wind bewegt – in allen Bereichen und kann je nach Windstärke von einem lauen Lüftchen bis zu einem Hurrican reichen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin und auch im Aryurveda ist zu viel Wind schädlich und dem kann ich nur beipflichten. Immer in Bewegung zu sein oder bewegt zu werden ist sehr anstrengend und kräftezerrend. Keine Bewegung bringt Starre. Der Clou ist wohl sich dessen bewusst zu sein und in sich zu fühlen was einem gut tut. Ich mache meist zu viel – bin ständig in Bewegung (Im Ayurveda nennt man das eine Vata-Konstitution) und muss mich bewusst zurücknehmen. Das ist ungewohnt und fühl sich deswegen auch komisch an, aber ich merke wie gut mir das tut. Auch meine Kinder profitieren von einem Tagesrhythmus enorm.

Auf die nächste Übung freue ich mich sehr, die da lautet: „Zuhören wie ein Schwamm“.

Unter der Kategorie Achtsamkeitschallenge findet ihr die vorangegangenen Beiträge. Die Leseprobe mit allen Übungen gibt es hier
TIPP: Ein Jahresprojekt „Achtsam durch den Tag“ und viele verschiedene Links zum Thema Achtsamkeit findet ihr bei widerstandistzweckmässig

Maria

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Einleitend möchte ich gerne anfügen, dass ich Bibelgeschichten sinnbildlich verstehe und frei in jeglicher Hinsicht interpretiere.

Obwohl ich römisch-katholisch bin, sehe ich mich nicht unbedingt einer Glaubensrichtung zugehörig. Vielmehr ist Religion für mich ein Konstrukt. Der Dalai Lama spricht davon, dass man seinen religiösen Wurzeln treu bleiben sollte. Das macht Sinn, ist man/frau doch oftmals stark geprägt in dieser Hinsicht.

Ich fühlte mich als Kind der Religion sehr nahe, besonders von der Geschichte Jesus war ich tief berührt, aber den römisch katholischen Glauben mit seinen Dogmen und seiner Starrheit und die daraus resultierende Erziehung fand ich schrecklich. Ein drohender, strafender Gott, der alles weiß und alles sieht, das Fegefeuer, die ewige Verdammnis, das Leben als Jammertal… Ganz zu schweigen davon was Menschen im Namen Gottes (oder in wessen auch immer) Unsinniges und Grausames verübten und es noch tun.

Doch was ist „Gott“ (für mich)? Gott ist pures Leben, die Energie die durch alles Lebendige fließt und somit Liebe, den Liebe ist Leben. Leben und Liebe bedingen einander. 

Ich bin nicht bibelfest im klassischen Sinne (ganz ehrlich spricht mich die Bibel nicht an), aber ich weiß, dass die unbefleckte Empfängnis Marias sich auf das Werden Marias bezieht und nicht darauf, dass Maria Jesus empfangen hat. Das bedeutet, dass Maria ohne Erbsünde geboren wurde, ohne Verstrickungen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde, in Achtsamkeit ohne Be- und Verurteilung und in der Lage Jesus bedingungslos zu lieben und Jesus wiederum liebte bedingungslos. Ich liebe das Sinnbild seiner Geburt. Ein Kindlein in einer Krippe auf Heu und Stroh – die Liebe, die satt macht. 

Wenn jeder Mensch sein Kind – seine Kinder bedingungslos lieben würde, wäre diese Welt ein besserer Ort. Was aber wenn man/frau diese Liebe nur bedingt erhalten hat oder im schlimmsten Fall die bedingungslose Liebe des Kindes missbraucht wurde? Ich glaube der Weg liegt darin, sich selbst lieben zu lernen, sich anzunehmen, sich selbst eine Mutter Gottes – eine Mutter der Liebe zu sein und sich trotz allem Erlebten für die Liebe zu entscheiden. Das braucht Zeit, Kraft, Hilfe und Mut. Ich wünsche es jedem, der es benötigt. Es tut weh zu heilen. Das Kreuz zu tragen. Viele tragen so schwer und machen doch auch so viel Mut. Die Furcht und das sinnbildliche Sterben, das Verlassensein von Liebe und die Wiederauferstehung der Liebe. 

Achtsamkeit Woche 30 – abgrenzen und verteidigen

Abgrenzen und verteidigen – was für ein großes und komplexes Thema. Das Wichtigste für mich war und ist, dass ich lerne meinem  Gespür für Grenzen (wieder) zu vertrauen, indem ich auf meinen Körper und seine unmittelbare Rückmeldung höre. Der (konditionierte) Verstand steht leider oft im Widerspruch zu den körperlichen Empfindungen. Jedes Mal wenn ich meine Grenzen nicht achte, fühle ich mich ausgeliefert und wehrlos und doch ist es einerseits auch wichtig über seine Grenzen zu gehen um zu wachsen. Die Grenze der Unversehrtheit ist aber eine andere Grenze als die Grenze der eigenen Komfortzone, wobei die Grenzen zusammenhängen. Je unsicherer ich mich in der Bewahrung meiner Integrität fühle, desto schwerer wird es mir fallen Grenzen, die bei Überwindung Wachstum fördern, zu überwinden.

Werden die Grenzen der Unversehrtheit übertreten, das kann ganz real, aber auch rein im Gedanken geschehen indem eine alte Verletzung berührt wird, schaltet der Mensch im besten Fall naturgemäß auf Kampf oder Flucht.

Das Verteidigen ist demnach ein Schutzmechanismus. Wurden Grenzen der Integrität jedoch immer und immer wieder übertreten, ist es so wie mit einer kaputten Alarmanlage. Entweder geht sie bei jeder kleinsten Bewegung los oder sie fällt ständig aus bzw. sie wechselt zwischen den beiden Extremen.

Wenn wir also etwas vehement verteidigen, hat das meiner Meinung nach so gut wie nie mit dem betroffen Gegenstand bzw. mit der jetzigen Situation an und für sich zu tun, sondern viel mehr mit einem Gefühl der Machtlosigkeit.

Um wieder ein gutes Gespür für die eigenen Grenzen zu bekommen, sind innere Bilder sehr hilfreich. Wie groß ist dein geschützer Raum? (wie ein Zimmer, ein Haus, ein Ort, ein Land…) Gibt es eine Abgrenzung? (Mauern, Zäune…) Wie sieht diese Abgrenzung aus? Wer darf in diesen geschützten Raum und wie gelangt er/sie dorthin? Gibt es eine Möglichkeit Kontakt aufzunehmen (eine Klingel, ein Telefon…) Gibt es ein Türschild? Gibt es jemanden, der dir hilft diese Grenzen zu wahren (ein Tier, ein Fabelwesen, ein Menschen…) Wie sieht dieses Tier/Fabelwesen, dieser Mensch aus? Wie reagiert er/sie/es, wenn Grenzen überschritten werden? Kann man ihr/ihm jemanden zur Seite stellen, der ihr/ihm hilft diese Grenzen zu wahren? Je bunter und detailierter die Vorstellung, desto besser.

Klarheit über die eigenen Grenzen zu gewinnen, hilft nicht nur uns selbst, es gibt auch unseren Mitmenschen Sicherheit, wenn wir (wieder) lernen ein klares Nein oder Ja zu formulieren.

Achtsamkeit ist insofern hilfreich um sich seiner Grenzen erstmals bewusst zu werden. Die Haltung der Achtsamkeit (beobachten ohne zu bewerten) empfinde ich als sehr hilfreich, besonders weil das Wahren der Grenzen oftmals sehr angstbesetzt ist. Die Hauptfragen lauten:“Bin ich in Ordnung, wenn ich meine Grenzen wahre?“  „Werde ich noch geliebt, wenn ich meine Grenzen wahre?“

Das Beitragsbild hat meine Tochter gezeichnet. Der Bär ist der Grenzwächter und die Schmetterlinge helfen ihm, da der Bär mitunter sehr stürmisch sein kann wenn es um die Bewachung des eigenen Raumes geht. Was in erster Linie auch gut und richtig ist. Die Schmetterlinge sind die Berater des Bären, aber der Bär ist auch Berater der Schmetterlinge, weil die Schmetterlinge manchmal sehr zaghaft sein können. Sie sind sozusagen ein Team. Als Abgrenzung dient ein Gartenzaun. Es gibt ein Gartentor und eine Klingel. Meine Tochter wollte mich unbedingt in ihrem Raum haben, hat aber trotzdem eine kleine Abgrenzung für mich gezeichnet. Je kleiner die Kinder sind, desto mehr sehen sie sich als Teil der Bezugsperson(en). Erst mit zunehmendem Alter empfinden sie sich als eigenständige Persönlichkeiten.

 

Die nächste Übung lautet: „Gerüche bemerken“.
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Zitat: Quelle

Sehnsucht

Sehnsucht nach Liebe ist Liebe. Und siehe, du bist schon gerettet, wenn du versuchst, der Liebe entgegenzuwandern. ANTOINE DE SAINT-EXUPÉRY

Achtsamkeit – Woche 25

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Die Übung „endloses Verlangen“ war sehr spannend.

Fazit:

Endloses Verlangen kann unfrei und unzufrieden machen. Vieles nach dem wir verlangen, insbesondere in materieller Hinsicht ist ein kurzes Glücklickmachen, nach dem meist Leere herrscht, die wiederum mit Verlangen gefüllt wird. (Auf etwas zu sparen oder bis zum Kauf einige Tage zu warten, ist einer der besten Spartipps die ich kenne.)

Wenn wir verlangen, dass eine Situation oder das Verhalten eines Menschen sich ohne unser Zutun ändern muss, machen wir uns mitunter unglücklich. Auf der anderen Seite ist Verlangen meiner Meinung nach gut und wichtig. Das Verlangen nach Ruhe, Anerkennung, Liebe… – ist elementar und die Erfüllung lebensnotwendig. Sehr interessant finde ich den

Wortursprung:

mittelhochdeutsch verlangen, zu langen, ursprünglich unpersönlich gebraucht, die Bedeutung »begehren« entwickelte sich aus »(zeitlich) lang dünken« (Duden)

„langen“ bedeutet:

in einem Maß, einer Menge vorhanden sein, die für etwas reicht; ausreichen, genügen (Duden)

dünken:

jemandem so vorkommen, scheinen (Duden)

Verlangen ist demnach auch eine sehr individuelle Angelegenheit, geprägt von Charakter, Temperament, Erziehung, Konditionierungen, Emotionen, Lebensphasen…

Spannend ist vor allem die zeitliche Komponente, die auch in der Wortherkunft (zeitlich lang dünken) zum Ausdruck gebracht wird. Ein Verlangen liegt in seiner Erfüllung außerhalb des jetzigen Momentes.

Verlangen (desiderium [lat.], desire [engl.], désir [frz.]) ist ein Erregungszustand, der die menschliche Psyche auf bestimmte Zielzustände richtet. Dieses Gerichtetsein hat gemäß der sogenannten Anreiztheorien [1] die Form der Erwartung von etwas, was für das Individuum einen Anreizwert darstellt. Anreiz ist die antizipierte Emotion mit Blick auf den Zielzustand, der Anreizwert das Maß an positiver Emotion, das mit dem anvisierten Zielzustand verbunden wird.[2]

Wikipedia

Wenn wir uns des Verlangens bewusst sind, hilft das insofern, dass wir eventuell erkönnen können, woher dieses Verlangen stammt ob es ein tiefes Verlangen oder ein vorübergehendes ist, ein persönliches oder ein anerzogenes und wir sind in der Lage bewusst zu entscheiden ob wir einem Verlangen nachgeben wollen oder nicht.

In Beziehungen steht oft das Verlangen (ein starkes Bedürfnis) der einen Person in Widerspruch zum Verlangen der anderen Person, oder es werden Dinge verlangt, die jemand (noch) nicht erfüllen kann oder nicht möchte. Verlangen muss sowohl die eigenes Ganzheit, das eigene Heilsein, als auch das des anderen berücksichtigen.

Die nächste Übung lautet: „Das Leiden studieren“.

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Ei ei ei(n) Sieg

❤️🐰Heute habe ich mit meinen Kindern Eier gefärbt. Dabei ist meiner mittleren Tochter ein ungekochtes Ei aus der Hand und auf den Kopf der Kleinsten gefallen – Minisekunde – Konditionierungen folgen oder selbst entscheiden – schimpfen oder lachen – Habe mich für’s Lachen entschieden 😄❤ 

Hochsensibilität – Gedanken und Links

Bild von InspiredImages (www.pixabay.com)

Hier habe ich einen Bericht über die Frage ob und in welcher Form es Hochsensibilität gibt, gefunden. Er beinhaltet meiner Meinung nach interessante Ansätze. Der These, dass es sich bei Hochsensibilität um ein hauptsächlich von Angst gesteuertes, psychologisches Phänomen handelt, kann ich nicht zustimmen. Ich sehe es eher so, dass Angst wie ein Katalysator für Hochsensibilität wirkt. (Benita hat das in den Kommentaren meines letzten Beitrags Prinzessin auf der Erbse sehr treffend beschrieben und mir diesbezüglich auf die Sprünge geholfen) und dass Angst eventuell aufgrund einer erhöhten Wahrnehmungsfähigkeit als Begleiterscheinung auftreten kann.

Hier findest du eine tolle Podcastfolge von Laura Seiler zu dem Thema. Du findest sie auch auf YouTube
Die Forschung steckt was dieses Thema betrifft noch in den Kinderschuhen. Letztens habe ich mich mit einer Mama eines mittlerweile erwachsenen Sohnes mit autistischer Veranlagung unterhalten.  Als er in die Schule ging, war das Wissen, Begreifen und Verstehen der Thematik gleich 0, was für alle oft sehr belastend war… Mittlerweile ist die Materie sehr viel besser erforscht (hier)

Wir alle haben unterschiedliche Begabungen und Persönlichkeiten. Vielleicht ist man zu lange von einem Idealbild der Persönlichkeit ausgegangen, das langsam zu bröckeln beginnt…

Und es gibt meiner Meinung nach Etliches, das wir noch nicht wissen und begriffen habe…

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Tag mit Blick und Liebe für die eigenen Begabungen ❤️