Verlängerung

Ich verlänge die Achtsamkeitsübung – Abneigungen bemerken um zwei Wochen. Da ich zur Zeit den Impuls habe gut für mich, meinen Körper und meinen Geist zu sorgen, habe ich angefangen mich wieder mehr um meine Ernährung zu kümmern. Ich habe schon einiges ausprobiert (Rohkost, vegan…) Mit Ayurveda habe ich mich bereits einmal beschäftigt und bin jetzt wieder darauf gekommen. Auch in der Ernährung spielt Abneigung eine große Rolle. Kinder wissen instinktiv was sie brauchen und was nicht. Leider geht dieser Instinkt oft im Laufe des Lebens verloren. Ich glaube das hat bei mir, neben andern nicht unwesentlichen Faktoren, dazu beigetragen, dass ich körperliche Schmerzen und sehr unruhige Gedanken hatte/habe. Das war schon viel schlimmer. Es gab Zeiten da nahm ich täglich Schmerzmittel und trotzdem lag ich oft nachts mit Schmerzen in Rücken und Beinen und mit einem Gefühl als würde jemand an meinen Knochen sägen auf dem Wohnzimmerboden und weinte. Da es viel besser, aber noch nicht ganz heil ist, möchte ich versuchsweise die nächsten zwei Wochen eine sanfte ayurvedische Kur durchführen und meine Ernährung und Lebensweise umstellen.

Ich wünsche euch von Herzen alles Liebe und Wohlergehen! ❤

Achtsamkeit Woche 5

Die Übung „beim Essen nur essen“ war gar nicht so einfach umzusetzen. Meine Kinder sind zum Teil noch sehr klein und wenn sie etwas brauchen (weinen, rotzig sind…) steh ich vom Essen auf, egal ob ich noch kaue oder nicht. Meine Älteren wollen sich beim gemeinsamen Essen gerne unterhalten. Sophie (6 Jahre) habe ich mein Vorhaben erklärt und das teilweise gemacht. Lea (18 Jahre), wie auch mein Mann, wissen von meiner Achtsamkeitschallenge und wir haben mit unseren Gesprächen bis nach dem Essen gewartet. Obwohl, nachvollziehen konnte das meine Älteste nicht. Sie findet, dass sich das gemeinsame Essen geradezu zu Unterhaltungen anbietet. Ich stimme ihr einerseits zu. Wie oft kommt man im Alltag als sechsköpfige Familie dazu etwas gemeinsam zu machen und sich dabei auszutauschen? Außerdem es ist so, dass die Art wie man sein Essen genießt kulturell gesehen sehr unterschiedlich ist. Ich denke da zum Beispiel an die Esskultur der Italiener und an die der Asiaten. Wobei ich erstere echt und in Farbe erlebt habe, bei den Asiaten denke ich an Teehäuser oder dergleichen. Bestimmt weiß da jemand von euch besser Bescheid. Gespräche finden mit Ausnahme von Klöstern wahrscheinlich immer statt. Andererseits ist es schön bewusst zu essen, den Geruch, die Farbe, den Geschmack, die Konsistenz der Speisen wahrzunehmen. Gestern am Abend habe ich eine Ausnahme gemacht und Chips gegessen während ich mit meiner  Tochter einen Film angesehen habe.

Was ich gelernt habe:

  • Ich esse oft nebenbei, beiss zum Beispiel in einen Apfel und erst dann wird mir bewusst, dass ich gerade esse.
  • Ich stehe manchmal wenn ich mit dem Essen fertig bin noch während ich den letzten Bissen kaue auf und räume den Tisch ab.
  • Ich räume generell gerne beim Essen herum (Brösel auflesen usw.)
  • Ich bin sehr dankbar, dass wir immer genügend zu essen haben und nicht nur das, wir können uns sogar aussuchen was wir essen!

Die nächste Übung lautet: „Wahre Komplimente“

Unter der Kategorie Achtsamkeitschallenge findest du die vorangegangenen Beiträge.

Die Leseprobe mit allen Übungen findest du hier

TIPP: Ein Jahresprojekt „Achtsam durch den Tag“ (wie meine Achtsamkeitschallenge🙂 ) und viele verschiedene Links zum Thema Achtsamkeit findest du bei widerstandistzweckmaessig

Der optimierte Mensch

Wachstum ist in allen Bereichen, ständig und immer präsent. Wie schaffen wir es uns, unser Umfeld, die Art wie wir leben, die Dinge die wir (be)nutzen zu optimieren? Einerseits gibt es die Rückkehr zum Minimalismus, der Mensch ist gesättigt, übersättigt und erschlagen von den abertausenden Konsumangeboten und Versprechungen, ABER gleichzeitig hat sich ein neues Tor geöffnet. Das Gelöbnis von einem imaginären Land in dem Milch und Honig fließen, wenn man sich selbst und seine Lebensweise verbessert und im besten Falle zur Vervollkommnung bringt. Vor einigen Tagen habe ich einen interessanten Post gelesen. In einem Kommentar schreibt die Verfasserin:

„Und im Grunde genommen ist das ja auch nichts anderes als übermäßiges Konsumieren.“

Absolut. Am Beispiel Persönlichkeitsentwicklung: Ich finde in diesem Bereich Wachstum wichtig und gut, sehr gut sogar! Manchen Dingen stehe ich jedoch sehr kritisch gegenüber.

Ich investiere in mich, in meine Person, in meine Entwicklung…

Okay, aber ist es wirklich notwendig ein oder mehrere Seminare um hunderte von Euros zu besuchen? Und wenn ich teilnehme, konsumiere ich dadurch auch wieder in anderen Bereichen.

Es geht finanziell noch besser

Ein Sache, die in dem Zusammenhang öfters zur Sprache kommt und mir etwas suspekt ist, ist die Annahme, dass man mit x Euros im Monat glücklich sein, aber das man locker auch xxx Euros am Tag verdienen kann. Alles eine Frage der Einstellung und Optimierung.

Die Kraft der Anziehung – du bekommst was du verdienst

Ich verstehe, dass wie man in den Wald hineinschreit, es auch herausschallt. Aber was ist mit dem Schicksal? Was ist mit den unverständlichen Dingen die passieren? Ist eine Mutter etwa „schuld“, dass ihr Kind behindert oder krank zur Welt gekommen ist? (Anmerkung: ich sehe ein krankes oder behindertes Kind keinesfalls als Bestrafung!) Ist ein Mensch „verantwortlich“, wenn er bei einem Verkehrsunfall ohne ihn selbst verursacht zu haben, jemanden schwer verletzt? Hat ein Mädchen, das vergewaltigt wurde, dieses Geschehen angezogen? Und jetzt erzähle diesen Menschen von der Kraft der Anziehung – ich denke das ist wie ein Schlag ins Gesicht. Ich finde in dem Zusammenhang den Zugang besser, dass der Mensch lernt einen Sinn in all den schlimmen Dingen zu sehen, indem er anderen Menschen, die Ähnliches erlebt haben, oder denen es genauso geht helfen kann. Außerdem glaube ich, dass wir einfach nicht auf alle Fragen des Lebens eine Antwort haben.

Ändere dein Umfeld

Um wachsen zu können, ist es unumgänglich sein Umfeld zu ändern. Zum Teil mag das stimmen. Klar ist es nicht schön, wenn man von Schwarzmalern und Nörglern umgeben ist, aber auch Menschen, die im Grunde ihres Kerns positiv und weltoffen sind, sind manchmal Grantelbärte und haben hin und wieder einen schlechten Tag. Vielleicht ist mein Partner manchmal ein Griesgram, aber im Grunde ein herzensguter Mensch. Tausche ich ihn deswegen gegen eine scheinbar „optimalere“ Version aus? Werden die Leute nicht auch deswegen immer einsamer, weil sie Erwartungen haben, die kein Mensch mehr oder nur schwer erfüllen kann?

Lebe deinen Traum 

Dein Traum ist es als Musiker groß rauszukommen? Wenn dir das nötige Talent fehlt, wird das eventuell schwierig. Warum denken wir jedem stehen alle Möglichkeiten offen? Der liebe Gott, das Universum, Allah oder wer auch immer verteilt die Gaben nicht gleichmäßig. Du kannst zeichnen, er kann singen, sie sieht wahnsinnig gut aus – der eine kriegt von allem sehr viel – der andere wenig. Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass man seine Gaben erkennt und annimmt.

Warum ich das alles schreibe? Weil ich Zeit meines Lebens auf der Suche nach Liebe, Anerkennung und Glück war. Weil diese Suche auch ein gewisses Suchtpotential beinhaltet. Menschen wie ich werden von genau solchen Dingen angezogen, lassen sich ganz hineinfallen und konsumieren im Übermaß und suchen wenn es nicht funktioniert die Schuld bei sich und auch bei anderen. Machen noch mehr, versuchen es noch intensiver.

Persönlichkeitsentwicklung ist toll, aber zu hinterfragen.

Bitte alles aufessen

Als Eltern ernährt man sich total abwechlungsreich…

man isst oft aus schlechtem Gewissen so ziemlich alles auf was die Kleinen übrig lassen. Abgesehen von sehr „angeschlodderten“ (eingespeichelten) Sachen. Letzteres steht in einer engen Wechselbeziehung (quasi reziprok) zum Alter des Kindes. Während man sich das Babybreichen noch ohne mit der Wimper zu zucken einverleibt, agiert man bei den vorgekauten Spaghettinudel des Zweijährigen schon eher verhalten.

Hier noch ein Geheimtipp: beim Eisessen kann man in Erwägung ziehen den Sprösslingen eine Eissorte schmackhaft zu machen, die man selber gerne isst, weil Kinder IMMER tauschen wollen.