MEDIENDIÄT

Bild von jarmoluk (www.pixabay.com)

Guten Morgen ihr Lieben!

Diese Woche mache ich eine Mediendiät. Im Gegensatz zum totalen Medienfasten werde ich Bücher lesen, einmal pro Tag eine geleitete Meditation anhören und Pinterest nutzen um mit den Kindern zu basteln, aber nur eingeschränkt, d.h. ich suche nichts Neues, sondern nutze die Pins, die ich bereits gespeichert habe. Diese Woche kommt kein Freitagswitz.

Ich möchte meine Achtsamkeitsübungen wieder aufnehmen. Die Übung heißt: „Auf Bäume achten“

Ihr Lieben, ich wünsche euch einen wunderschöne Woche voller Vertrauen, Liebe, Wachstum und Dankbarkeit ❤🌟.

WICHTIG – Anleitung zur Meditation

Ich muss unbedingt etwas Wichtiges loswerden.  Oft denkt man, Meditation ist langweilig, dafür fehlt die Zeit, oder da muss man im Schneidersitz sitzen und dann tun einem die Knie weh… War bei mir genauso, bis ich folgende wunderbare Geschichte gehört habe:

 

Das Telefon läutet. Am anderen Ende meldet sich eine vertraute Stimme. „Wollen wir heute Kaffee trinken gehen?“ Na ja, denkst du. Eigentlich hätte ich noch soviel anderes zu erledigen, aber eine kleine Auszeit würde gut tun, also sagst du: „Ja, gerne“. Darauf erwidert die Person am anderen Ende der Leitung: „Okay, aber eines sage ich dir gleich. Wir treffen uns um Punkt 10:00 Uhr und gehen nicht in das komische Kaffee in das du immer willst und überhaupt wähle ich aus was wir essen. Das ekelige Zeugs, dass du immer bestellt… bäh, da kann einem ja schlecht werden. Außerdem bleibst du solange wie ich es dir sage und komme nicht auf den Gedanken, dass du dir selbst einen Platz aussuchst. Ich sage dir wo und wie du sitzt.“ Plötzlich fällt dir ein, dass du noch einen ganz wichtig Termin hast 🙂

Wie wäre es damit: die Stimme sagt dir folgendes: „Toll, ich freue mich! Bitte entscheide du wann und wo wir hingehen. Dann bestellen wir Schaumrollen. Die magst du doch so gerne. Wir suchen uns einen Platz aus, der dir gefällt und dann machen wir es uns richtig bequem. Außerdem bleiben wir genauso lange wie du magst und nicht länger. Wie klingt das für dich?“

Die Geschichte habe ich aus der Erinnerung aufgeschrieben. Sie stammt aus dem Hörbuch „Die Kuh, die weinte – Buddhistische Geschichten über den Weg zum Glück“ von Ajahn Brahm.

So unglaublich einfach kann Mediation sein 🙂

 

 

Achtsamkeit Woche 2

Die Aufgabe „keine Spuren hinterlassen“ war eine ziemliche Herausforderung für mich. Als Trainingsplatz habe ich das Waschbecken im Badezimmer ausgesucht. Was ich gut an der Übung gefunden habe war, dass ich mir merken musste wie die unterschiedlichen Dinge platziert sind und dass ich bei der Benutzung sehr achtsam war. Ich habe mich bemüht so wenig Spuren wie möglich zu machen. Meine Spuren habe ich beseitigt, die der anderen nicht. Das war nicht einfach  – besonders nachdem sich meine große Tochter eine Heilerdemaske gemacht hatte. Es hat mich gestört, dass die Flecken da waren und auch die Amatur immer schmutziger wurde und ich habe gedacht: „Sehen die das nicht? Wollen die das nicht sehen? Stört sie denn das gar nicht? (Das denke ich übrigens öfters) Je nach Laune hat es mich mal mehr, mal weniger genervt. Zuerst wollte ich meine Tochter am Ende der Woche darauf ansprechen, aber im Endeffekt bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das nichts bringt. Sie weiß, dass ich es gerne sauber habe und ich weiß, dass sie das nicht absichtlich macht. Sie sieht es einfach anders. Am Schwierigsten war es als ich das restliche Badezimmer sauber gemacht habe. Ich war nicht sehr motiviert den übrigen Raum zu reinigen, weil ich mir dachte: „Ist eh schon egal“. Am Ende der Woche habe ich gemerkt, dass ich versuche mich selbst ein bisschen zu betrügen, indem ich das Kondenswasser vom Trockner weitläufig ins Waschbecken geleert habe. Heute habe ich auf jeden Fall so gerne sauber gemacht wie noch nie. Auf was ich noch draufgekommen bin ist, dass ich eine „Waschlerin“ bin, das heißt ich putze oft unorganisiert herum, anstatt einfach das Waschbecken nach Gebrauch sauber zu machen. Ich hoffe ihr versteht was ich meine. 🙂

Was ich mitgenommen habe

  • jeder hat eine andere Sicht auf die Dinge und Begebenheiten (meine Tochter mag keine staubigen Regale und bei mir sind selbige das Letzte, dass ich putze)
  • es bringt einen weiter auch einmal gelassen zu bleiben, zu warten, nicht immer gleich alles lösen zu wollen, den Geschehnissen Zeit und Raum zu geben. Da tue ich mir ohnehin unglaublich schwer und ich denke, dass ich auch deswegen manchmal so genervt war.
  • schlechte Gewohnheiten fangen oft im Kleinen an. Okay, jetzt ist das Waschbecken ohnehin schon dreckig, dann ist es auch egal ob das restliche Bad blitzblank ist. Ich habe diese Woche jeden Tag eine Tafel Schokolade gegessen, auf die eine kommt es auch nicht mehr an. Egal, mein Konto ist ohnehin schon überzogen….
  • Es gibt im Leben viel Schlimmeres als ein heilerdefleckiges Waschbecken mit einer dreckigen Amatur.

Jetzt bin ich neugierg auf die Erläuterungen im Buch, denn ich nehme mal an die Übung war ein wenig anders gedacht 🙂

Hier kannst du lesen warum ich die Achtsamkeitschallenge mache und hier wie es mir in der ersten Woche ergangen ist. Eine Leseprobe mit allen Übungen findest du hier.

Die Nächste Übung lautet: „Füllwörter“

Die Leseprobe mit allen Übungen findest du hier

TIPP: Ein Jahresprojekt „Achtsam durch den Tag“ (wie meine Achtsamkeitschallenge🙂 ) und viele verschiedene Links zum Thema Achtsamkeit findest du bei widerstandistzweckmaessig

Achtsamkeit Woche 1

Hallo ihr Lieben!

Das ist die Woche der „Gemeistertheiten“ Unsere Prinzessin hat ihre Angst vor der Schule überwunden und die erste Schulwoche toll gemeistert 🌟 und ich habe die erste Woche meiner Achtsamkeitschallenge hinter mir.

Es war sehr lustig, interessant und aufschlussreich. Noch nie zuvor habe ich die Rollen meiner beiden Hände so genau beobachtet. Gleich mal vorweg: meine rechte Hand ist eine ganz schöne Diva 😄 Am Anfang der Übung war die linke Hand meist sehr erstaunt über die ihr neu zugewiesene Rolle. Dementsprechend zögerlich, natürlich auch etwas tollpatschig und verhalten war sie. Der rechten Hand passte das gar nicht. Zu Beginn war ihrerseits meist der Impuls zu handeln und wenn sie das nicht durfte, konnte sie sich nicht entspannen, sondern nahm tatsächlich eine klischeehafte, unnatürliche, abgewinkelte Stellung ein 😄 Sie stand anfangs ein wenig unter Strom und fühlte sich verantwortlich in dem Sinne: „Mach ja keinen Mist! Ich glaube ich muss jetzt eingreifen…“

Viele Handlungen waren mit links ausgeführt sehr ungewohnt und körperlich spürbar, indem es sich komisch, weil ungeschickt und ungewohnt anfühlte, aber gleichzeitig feierten die Synapsen in meinem Gehirn Party. Mit der Zeit fühlte sich der Rollentausch immer besser an. Die linke Hand freundete sich mit der führenden und die rechte Hand mit der dienenden Rolle an. Mitte der Woche wurden sie langsam ein Team und unterstützten sich gegenseitig in ihren neuen Aufgaben.

Was ich daraus gelernt habe:

Gewohnheiten zu beobachten

Neues fühlt sich meist komisch und ungewohnt an

Neues anzunehmen

Alles ist eine Frage des Machens und Übens

Konzentriert  sein und warten können

Vertrauen und sich etwas zutrauen ist sehr wichtig, die Situation richtig einschätzen aber auch

Miteinander ist es immer leichter

jede Hand hat ihre Aufgaben und alle sind gleichwertig – es gibt nicht die vermeintlich schwächere oder stärkere Hand (meine linke Hand z.B. kann Babies tragen bis zum Abwinken, damit die rechte handeln kann 😄)

Jetzt bin ich schon gespannt über die beschriebenen Entdeckungen und Vertiefungen in dem Buch. Ich habe extra nicht gespoilert um mich in meiner Wahrnehmung nicht beeinflussen zu lassen.

Wenn du wissen möchtest was es mit der Aufmerksamkeitschallenge auf sich hat, findest du hier meinen ersten Eintrag.

Weiter geht’s mit Woche zwei und folgender Übung: Keine Spuren hinterlassen

Die Leseprobe mit allen Übungen findest du hier

TIPP: Ein Jahresprojekt „Achtsam durch den Tag“ (wie meine Achtsamkeitschallenge🙂 ) und viele verschiedene Links zum Thema Achtsamkeit findest du bei widerstandistzweckmaessig

Buchtipp

Hallo!

Folgende Bücher von Paul Watzlawick finde ich total gut, weil lehrreich, aber nicht belehrend, sowie witzig und unterhaltsam geschrieben.

Unter Rezension kommt ihr zu Amazon und unter gebraucht zu Rebuy 😊

Achtsamkeitschallenge

Ich liebe Projekte! Deswegen habe ich mir überlegt eine Achtsamkeitschallenge zu machen. Die Übungen sind aus dem Buch „Achtsam durch den Tag, 53 federleichte Übungen zur Schulung der Achtsamkeit von Jan Chozen Bays“

Ich beginne immer samstags mit der Übung und berichte nach einer Woche wie es mir ergangen ist.

Im Blog schreibe ich deswegen darüber, weil ich mich kenne und nach einer gewissen Zeit eine faule Socke werde. So habe ich mehr Ansporn das Ganze durchzuziehen ☺️🌟🙏

Ich freue mich ❤️

Die erste Übung lautet: die nichtdominante Hand benutzen

Los geht’s! 🌟

TIPP: Ein Jahresprojekt „Achtsam durch den Tag“ (wie meine Achtsamkeitschallenge🙂 ) und viele verschiedene Links zum Thema Achtsamkeit findest du bei widerstandistzweckmaessig

Der schwere Weg (Hermann Hesse)

Vorhin habe ich diesen wunderbaren Post gelesen. Ich bin gerade mittendrinnen im Umkrempeln, Herausfinden, Aussortieren und Loslossen… Es scheint manchmal schwer einen neuen Weg zu gehen. Fasten schreibt mir gerade das Leben vor (Magengrippe), zu warten will ich lernen, einen der für mich größten Denker will ich bemühen:

Häßlich, häßlich, diesen Weg zu gehen! Häßlich sich durch dies unfrohe Felsenstor zu quälen, über diesen kalten Bach zu schreiten, diese schmale schroffe Kluft im Finstern hinanzuklettern! „Der Weg sieht scheußlich auch“, sagte ich zögernd. In mir flatterte wie ein sterbendes Lichtlein die heftige, ungläubige, unvernünftige Hoffnung, wir könnten vielleicht wieder umkehren, der Führer möchte sich noch überreden lassen, es möchte uns dies alles erspart bleiben. Ja, warum eigentlich nicht? War es dort, von wo wir kamen, nicht tausendmal schöner?…

„Du frierst“, sagte der Führer, „es ist besser, wir gehen.“ Damit stand er auf, reckte sich einen Augenblick zu seiner ganzen Höhe aus und sah mich mit Lächeln an. Es war weder Spott noch Mitleid in dem Lächeln, weder Härte noch Schonung. Es war nichts darin als Verständnis, nichts als Wissen…

„Halt!“, rief ich so voller Angst,… „Halt“, rief ich, „ich kann nicht, ich bin noch nicht bereit.“…

„Wollen wir lieber umkehren?“ fragte er, und er hatte noch das letzte Wort nicht ausgesprochen, da wußte ich schon voller Widerwillen, daß ich „nein“ sagen würde, nein würde sagen müssen. Und zugleich rief alles Alte, Gewohnte, Liebe, Vertraute in mir verzweiflungsvoll: „Sag ja, sag ja“, und es hängte sich die ganze Welt und Heimat wie eine Kugel an meine Füße…

Und jetzt sah ich das Peinvollste, das mir begegnen konnte: ich sah die geliebten Täler und Ebenen unter einer weißen, entkräfteten Sonne fahl und lustlos liegen, die Farben klangen falsch und schrill zusammen, die Schatten waren rußig schwarz und ohne Zauber…

Ich schwieg und folgte traurig dem Führer nach. Er hatte ja recht, jetzt wie immer. Gut, wenn er wenigstens bei mir und sichtbar blieb, statt – wie so oft – im Augenblick einer Entscheidung plötzlich zu verschwinden und mich allein zu lassen – allein mit jener fremden Stimme in meiner Brust, in die er sich dann verwandelt hatte…

Naß und schmutzig kroch ich weiter, und als die feuchten Wände sich näher über uns zusammenklemmten, da fing der Führer sein altes Trostlied an zu singen. Mit seiner hellen, festen Jünglingsstimme sang er bei jedem Schritt im Takt die Worte: „Ich will , ich will, ich will!“…

Ich wußte, er wartete darauf, daß ich mit in seinen Singsang einstimmte…

O, wenn ich hätte umkehren können! Aber ich war, mit des Führers wunderbarer Hilfe, längst über Wände und Abstürze geklettert, über die es keinen, keinen Rückweg gab…

Und so stimmte ich trotzig und laut in den Sang des Führers ein, im gleichen Takt und Ton, aber ich sang nicht seine Worte mit, sondern immerzu: „Ich muß, ich muß, ich muß!“ Allein es war nicht leicht, so im Steigen zu singen…

…mit der Zeit bezwang er mich doch, daß auch ich seine Worte mitsang. Nun ging das Steigen besser, und ich mußte nicht mehr, sondern wollte in der Tat…

Da wurde es heller in mir, und wie es heller in mir wurde, wich auch der glatte Fels zurück, ward trockener, ward gütiger, half oft dem gleitenden Fuß…

Und unerwartet sah ich den Gipfel nahe über uns, steil und gleißend in durchglühter Sonnenluft….

Wenig unterhalb des Gipfels entkrochen wir dem engen Spalt, Sonne drang in meine geblendeten Augen, und als ich sie wieder öffnete, zitterten mir die Knie vor Beklemmung, denn ich sah mich frei und ohne Halt an den steilen Grat gestellt, ringsum unendlichen Himmelsraum und blaue bange Tiefe, nur der schmale Gipfel dünn wie eine Leiter vor uns ragend. Aber es war wieder Himmel und Sonne da, und so stiegen wir auch die letzte beklemmende Stelle empor, Fuß vor Fuß mir zusammengepressten Lippen und gefalteten Stirnen. Und standen oben, schmal auf durchglühtem Stein, in einer strengen, spöttisch dünnen Luft…

Stiller Traum einer kurzen Rast, hoch über der Welt: Sonne lohte, Fels glühte, Raum starrte streng. Vogel sang rauh. Sein rauhes Lied hieß: Ewigkeit, Ewigkeit! …

Schwer zu ertragen war sein Blick, schwer zu ertragen war sein Gesang, und furchtbar war vor allem die Einsamkeit und Leere dieses Ortes…

Es mußte etwas geschehen, sofort, augenblicklich…

Es tat mein Führer einen Sprung und Sturz ins Blaue, fiel in den zuckenden Himmel, flog davon. Jetzt war die Welle des Schicksals auf der Höhe, jetzt riß sie mein Herz davon, jetzt brach sie lautlos auseinander. Und ich fiel schon, ich stürzte, sprang, ich flog; kalte Luftwirbel geschnürt schoß ich selig und vor Qual der Wonne zuckend durchs Unendliche hinabwärts, an die Brust der Mutter.

(Auszüge aus „der schwere Weg“, Hermann Hesse, Die Erzählungen und Märchen, Suhrkamp Verlag, Erste Auflage 2009, Seite 1631-1635)