Achtsamkeit Woche 37 – der Wind

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Wind ist für mich gleichbedeutend mit Veränderung und die gab es in meinem Leben zuhauf. Ich bin mit 38 Jahren bereits 16 Mal umgezogen und möchte gar nicht beurteilen ob das per se nun gut oder schlecht war, ABER ich bin sehr froh jetzt angekommen zu sein, mich zuhause zu fühlen und mein Leben mit Routine, Rhythmus und Regelmäßigkeit zu füllen.

Wind bewegt – in allen Bereichen und kann je nach Windstärke von einem lauen Lüftchen bis zu einem Hurrican reichen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin und auch im Aryurveda ist zu viel Wind schädlich und dem kann ich nur beipflichten. Immer in Bewegung zu sein oder bewegt zu werden ist sehr anstrengend und kräftezerrend. Keine Bewegung bringt Starre. Der Clou ist wohl sich dessen bewusst zu sein und in sich zu fühlen was einem gut tut. Ich mache meist zu viel – bin ständig in Bewegung (Im Ayurveda nennt man das eine Vata-Konstitution) und muss mich bewusst zurücknehmen. Das ist ungewohnt und fühl sich deswegen auch komisch an, aber ich merke wie gut mir das tut. Auch meine Kinder profitieren von einem Tagesrhythmus enorm.

Auf die nächste Übung freue ich mich sehr, die da lautet: „Zuhören wie ein Schwamm“.

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Achtsamkeit Woche 36 – Übersehen sie etwas

Bild von cocoparisienne (www.pixabay.com)

 

Zuerst bin ich beim Lesen der Aufgabe zusammengezuckt, weil das „Übersehen sie etwas“ in mir (alte) Gefühle, Gedanken und Empfindungen berührte. Nämlich ja keinen Fehler zu machen, aus diesem Grund genauestens aufzupassen,  Stimmungen zu erfühlen, alles auf die goldene Waagschale zu legen…

Doch bei dieser Übung geht es meiner Meinung nach um etwas anders. Es geht um das Hinterfragen unserer Denk- und Sichtweise, unser Konditionierungen und insbesondere unserer Vorurteile. Wir machen uns recht rasch ein Bild einer Situation ohne genügend Details zu kennen. Aus diesem Grund ist das Bild auch oft unscharf, verzerrt oder trüb.  Wir bemühen uns Situationen, Menschen und Begebenheiten einzuschätzen, aber wir müssen uns bewusst sein, dass wir immer durch dir Brille unserer Vergangenheit sehen. Das ist natürlich oft sehr hilfreich, kann aber eben auch dazuführen, dass wir kaum neue Erfahrungen machen können. Wir können nur erkennen wovon wir Kenntnis haben. Alles Neuro oder was 

Auch ist unsere Fähigkeit zur Aufnahme von Informationen schlicht und ergreifend begrenzt. Wenden wir unseren Fokus auf Neues und Ungewohntes, ist das zuallererst auch anstrengender als sich auf alten (neuronalen) Bahnen zu bewegen. Das Bewusstsein um die Endlichkeit unserer Energie und das klugen Einsetzen und Verwalten ebendieser kann von großem Nutzen sein.

Die nächste Übung lautet: „Der Wind“.

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Achtsamkeit Woche 35 – Abneigung bemerken

Bild von johnhain (www.pixabay.com)

Die Übung „Abneigung bemerken“ fand ich sehr interessant. Besonders weil ich mich die letzten zwei Wochen (wieder) intensiv mit Ayurveda und besonders mit den diesbezüglichen Ernährungsempfehlungen beschäftigt habe. Ich glaube als Baby kommt man mit perfekten Instinkten zur Welt, die man leider mit der Zeit mehr oder weniger verliert. Wir passen uns an, was nicht per se schlecht ist, aber schlecht sein kann. Wir verlieren den Bezug zu uns, zu unseren Vorlieben und Abneigungen, zu unserer inneren Stimme und denken dann: „Wenn ich so oder so bin und/oder dies oder jenes mache, dann werde ich glücklich sein, dazugehören, richtig sein. Nur geht das leider (oder zum Glück) nicht auf. Wir werden unglücklicher, fühlen uns nichtzugehörig und falsch so wie wir sind. Hier kann Achtsamkeit so viel Gutes bewirken. Ich beobachte: „Das stört mich, das mag ich nicht, das lehne ich ab“ und lasse es so sein. Meist sind es Triggerpunkte, Gewohnheiten, Konditionierungen, oft aber hilfreiche Wegweiser. Wenn ich durch diese Gefühle gehe, komme ich langsam und Schritt für Schritt (wieder) bei mir an.

Als Gegenmittel für Abneigung, die wenn sie wuchert und überhandnimmt uns und anderen sehr schaden kann, hilft die Übung der liebenden Güte

Die nächste Übung lautet: „Übersehen sie etwas“.

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Verlängerung

Ich verlänge die Achtsamkeitsübung – Abneigungen bemerken um zwei Wochen. Da ich zur Zeit den Impuls habe gut für mich, meinen Körper und meinen Geist zu sorgen, habe ich angefangen mich wieder mehr um meine Ernährung zu kümmern. Ich habe schon einiges ausprobiert (Rohkost, vegan…) Mit Ayurveda habe ich mich bereits einmal beschäftigt und bin jetzt wieder darauf gekommen. Auch in der Ernährung spielt Abneigung eine große Rolle. Kinder wissen instinktiv was sie brauchen und was nicht. Leider geht dieser Instinkt oft im Laufe des Lebens verloren. Ich glaube das hat bei mir, neben andern nicht unwesentlichen Faktoren, dazu beigetragen, dass ich körperliche Schmerzen und sehr unruhige Gedanken hatte/habe. Das war schon viel schlimmer. Es gab Zeiten da nahm ich täglich Schmerzmittel und trotzdem lag ich oft nachts mit Schmerzen in Rücken und Beinen und mit einem Gefühl als würde jemand an meinen Knochen sägen auf dem Wohnzimmerboden und weinte. Da es viel besser, aber noch nicht ganz heil ist, möchte ich versuchsweise die nächsten zwei Wochen eine sanfte ayurvedische Kur durchführen und meine Ernährung und Lebensweise umstellen.

Ich wünsche euch von Herzen alles Liebe und Wohlergehen! ❤

Achtsamkeit Woche 34 – die große Erde unter Ihnen

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Sich bewusst zu sein, dass wir ein Teil dieser Erde sind, empfinde ich als sehr heilsam. Durch unsere Entwicklung laufen wir Gefahr uns von der Natur zu entfernen und uns als abgeschnitten und isoliert von ihr zu empfinden und zu betrachten. Doch es ist so wichtig sich als Teil davon zu begreifen. Wir können ohne Erde nicht überleben. Es gab sie bevor es die Menschen gab. Sie wird nicht umsonst Mutter Erde genannt. Sie hat uns hervorgebracht.

Mutter Erde!
Wir ehren Dich wie unsere Mutter.
Wir danken dir für alles Gute, das du uns gewährt hast.
Du bist die Mutter.
Du bist die Mutter der Menschheit. (Indianische Weisheit)

Quelle: http://www.aphorismen.de

Ich liebe es, Feldwege entlangzugehen, mit Reisfeldern und wildem Gras auf beiden Seiten, und jeden Fuß dabei mit Achtsamkeit aufzusetzen und zu wissen, dass ich auf der wunderbaren Erde gehe. In solchen Augenblicken ist die Existenz eine wundervolle und mysteriöse Wirklichkeit. Die Leute betrachten es gewöhnlich als Wunder, wenn jemand auf dem Wasser oder durch die Luft geht. Ich aber meine, das wirkliche Wunder besteht darin, auf der Erde zu gehen … (Zen-Mönch Thich Nhat Hanh, Achtsam durch den Tag, Jan Chozen Bays, 4. Auflage 2014, Seite 135)

 

Die nächste Übung lautet: „Abneigung bemerken“.

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Achtsamkeit Woche 33 – Hitze und Kälte

Bild von werner22brigitte (www.pixabay.com)

Hitze und Kälte – auf den ersten Blick zwei scheinbare Gegensätze, aber ist es nicht so, dass es zwei Pole eines Ganzen sind; Begriffe die sich gegenseitig bedingen. Ich kann das eine ohne das andere nicht erkennen.

Ich würde mich als empfindlich beschreiben was Hitze und Kälte anbelangt. Wenn mir zum Beispiel sehr heiß ist und es möchte mich jemand berühren, empfinde ich das als sehr unangenehm. Ebenso in einem heißen Auto zu sitzen. Ich merke, dass sich, wenn ich meinem Gedankenstrom folge – es ist so heiß, ich bekomme kaum Luft – mein körperliches Empfinden sofort sehr verschlechtert. Auch wenn es hier hauptsächlich die Gedanken wären, die mich leiden lassen würden, ist es wichtig ein Gefühl für seine Grenzen zu bekommen, da man/frau sich sonst tatsächlich schädigt. Der Körper kann nur einen gewissen Grad an Hitze und Kälte ertragen. Wobei das Empfinden von Hitze und Kälte dennoch eine subjektive Empfindung ist und auch durch Gewohnheiten geprägt wird. Ich kann mich an eine Situation erinnern wo ich so kalte Finger hatte, dass ich es kaum schaffte die Haustüre aufzusperren. Meine Finger waren so kraftlos und taten mir weh. Heiße Teller zu tragen ist für meine Finger wiederum in den meisten Fällen kein Problem.

NACHTRAG: Sehr interessant und spannend finde ich die Erläuterungen im Buch. Ein kurzer Auszug:

Wir verschwenden so viel Mühe auf den Versuch, uns die äußeren Bedingungen angenehm zu machen. Es ist jedoch unmöglich, es uns die ganze Zeit bequem zu machen, wie die Natur aller Dinge Wandel ist. Dieser Versuch, die Dinge zu kontrollieren, ist der Kern unserer körperlichen Erschöpfung und unseres emotionalen Unwohlseins. Es gibt ein Zen-Koan zu diesem Thema. Einst fragte ein Mönch Meister Tozan: „Kälte und Hitze“ suchen uns heim. Wie können wir sie vermeiden?“ Tozan antwortete: „Warum gehst du nicht an den Ort, an dem es keine Kälte oder Hitze gibt?“ Der Mönch war ratlos und fragte: „Wo ist der Ort, an dem es keine Kälte oder Hitze gibt?“ Tozan sagte: „Wenn es kalt ist, stirbt der Mönch vor Kälte. Wenn es warm ist, stirbt der Mönch vor Hitze.“ Bei dieser Unterweisung bedeutet „sterben“, die eigene Vorstellung davon sterben zu lasen, wie die Dinge sein sollten, damit man glücklich ist. Es mag sich seltsam anhören, aber man kann Achtsamkeit mit Unbehagen oder Schmerzen üben und dabei ganz glücklich sein. Dieses Glück entsteht aus der Freude, einfach präsent zu sein, und auch aus dem Zutrauen, das man dabei gewinnt – dem Zutrauen, dass man bei fortgesetzter Praxis schließlich in der Lage sein wird, sich allem, was das Leben mit sich bringt, mithilfe von Werkzeugen wie der Achtsamkeit stellen zu können, sogar dem Schmerz. (Achtsam durch den Tag, Jan Chozen Bays, 4. Auflage 2014, Seite 133)

Die nächste Übung lautet: „Die große Erde unter Ihnen“.

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Achtsamkeit Woche 32 – diese Person könnte heute Nacht sterben

Bild von PublicCo (www.pixabay.com)

Was für eine Achtsamkeitsübung! Ich hatte schon beim Lesen der Anleitung einen dicken Kloß im Hals. Dennoch, der Gedanke an die Endlichkeit unseres Lebens relativiert so manches wenn nicht (fast) alles. Unsere Zeit ist begrenzt, wir vergessen das nur allzuoft. Ich bin überzeugt davon, dass das Leben ein Wunder, ein großes Geschenk ist. Auch wenn das manchmal erst auf den zweiten Blick, oder vielleicht sogar gar nicht ersichtlich ist. Dennoch, jedes Mal wenn wir uns für die Liebe entscheiden, heilen wir, die anderen und die Welt im Ganzen ein Stückchen mehr.

„Darf ich dich respektvoll daran erinnern, 

Dass Leben und Tod höchst bedeutsam sind.

Die Zeit vergeht schnell und die Gelegenheit ist vertan.

Wenn dieser Tag vergangen ist, wird unsere Lebenszeit um einen Tag kürzer sein.

Jeder von uns sollte sich darum bemühen, zu erwachen.

Wach auf!

Sei aufmerksam!

Verschwende dein Leben nicht!“ (Achtsam durch den Tag, Jan Chozen Bays, 4. Auflage 2014, Seite 129)

Leben ist Lieben. (Gajus Valerius Catull)

 

Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will. (Albert Schweizer)

 

Habe täglich den Tod vor Augen; das wird dich vor kleinlichen Gedanken und vor maßlosen Begierden bewahren. (Epiktet)

Die nächste Übung lautet: „Hitze und Kälte“.
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