Pünktlich sein – Achtsamkeit Woche 41

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Mit dieser Übung habe ich mir Zeit gelassen. 🙂 Ich bin beides – pünklich und auch unpünktlich. Es kommt auf die Umstände an. Wenn ich einen Arzttermin oder ein Vorstellungsgespräch habe bin ich überpünklich. Zur Arbeit und Verabredungen komme ich ebenfalls sehr pünktlich. Es gibt aber einen Umstand wo ich lange unpünktlich war und es auch schwer nachvollziehen konnte warum der Betroffene (mein Mann) mir deshalb böse war. Es geht um das Nachhausekommen an und für sich, also nicht zu einer bestimmten Zeit, sondern generell. Mein Mann macht sich nämlich große Sorgen wenn ich länger wegbleibe als geplant und nicht Bescheid sage. Das war für mich dermaßen ungewohnt, weil ich es einfach nicht nachvollziehen konnte, dass sich jemand so um mich sorgt. Ich fand es ehrlich gesagt kindisch. Heute sehe ich das anders. Ich kann es leichter annehmen, dass jemand da ist der Sorge trägt und er wiederum weiß mittlerweile, dass ich zum Verbummeln oder Verratschen (das deutsche Pendant fällt mich leider nicht ein 🙂 ) neige.

Und es gibt noch eine Sache, die es mir lange Zeit schwer machte ohne Stress pünktlich zu sein – Perfektionismus und das Gefühl dies und das und jenes noch unbedingt auf der Stelle fertig machen zu müssen.

Folgende Zeilen aus dem Buch finde ich sehr treffend: „Bei dieser Übung geht es nicht nur um Zeit. Es geht dabei um Bewusstseinszustände und Gewohnheitsmuster“

 

Die nächste Übung heißt: „Dinge aufschieben“.

 

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Dankbarkeit – Achtsamkeit Woche 39

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Meiner Meinung nach ist Dankbarkeit eine Fähigkeit, die man kultivieren kann. Ich kann, wenn ich möchte, meinen Fokus bewusst auf die Aspekte meines Lebens richten für die ich Dankbarkeit empfinde. Eine Steigerungsstufe wäre für Dinge dankbar zu sein, die auf den ersten Blick Undankbarkeit auslösen. Jedoch ist Undankbarkeit für mich nichts Schlechtes in dem Sinne. Ich bin von Zeit zu Zeit undankbar – sehr sogar, sehe aber keinen Sinn (mehr) darin, mich dafür zu verurteilen. Ich gehe aus der Berurteilung, oder besser gesagt beobachte mich beim Beurteilen und lasse es so sein und durch das Soseinlassen beende ich den Kampf gegen die Undankbarkeit und es tun sich Räume, Sichtweisen, Gefühle und Zugänge auf, die in der Enge des Krieges gegen die unliebsame Undankbarkeit nicht möglich gewesen wären. Auf der anderen Seite macht es natürlich Sinn Dankbarkeit zu kultivieren, weil das Schätzen für das Schöne und Gute in unserem Leben glücklich(er) und zufrieden(er) macht. Ich schreibe seit einigen Monaten sehr regelmäßig am Abend ein Dankbarkeitstagebuch. Ganz spannend finde ich, dass sich nicht nur meine Schreibeweise, von klein und angepasst zu größer und schwungvoller, sondern auch meine Sicht auf Dinge für die ich dankbar sein kann, verändert hat. An herausfordernden Tagen, besonders wenn mich Gefühle von Wut und Zorn überrollt haben, bin ich instinktiv dazu übergegangen zu schreiben:

Ich bin dankbar für meine Wut.

Dieser einfache Satz hat mir geholfen einen anderen Zugang zu diesem unliebsamen und unterdrückten Gefühl zu finden. Es ist so, als hätte ich ihn in eine Höhle gerufen und es hallt (heilt) nach und nach und nach…

Auf die nächste Übung heißt: „Zeichen des Alterns“.

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Achtsamkeit Woche 38 – zuhören wie ein Schwamm

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„Hören Sie anderen Menschen zu, als wären Sie ein Schwamm, der das aufsaugt, was die andere Person sagt. Lassen Sie den Geist still sein und nehmen Sie einfach nur auf. Formulieren Sie in Ihrem Geist keinerlei Antwort, solange keine Antwort verlangt wird oder offenkundig notwenig ist.“

Mein Geist ist vieles, aber nicht still. Er formuliert ständig Antworten, Wertungen, Lösungen. Aus Eile, Bequemlichkeit, Konditionierung, Gefühlen der Zu- und Abneigung und allen erdenklichen Gefühlsfärbungen produziert er Gedanken zur Situation in Dauerschleife. Der Trick ist sich dieser Gedanken bewusst zu werden und den Raum zwischen Reiz und Reaktion auszudehnen. Das ist nicht immer einfach, besonders wenn es sich um Triggerpunkte handelt, aber ich denke es ist wie bei allem eine Frage der Entscheidung (möchte ich mich von meinem Geist lenken lassen, oder lenke ich meinen Geist) und reine Übungssache. Meditation ist hierfür ein wunderbares Werkzeug.

„Die Dinge loszulassen bedeutet nicht, sie loswerden. Sie loslassen bedeut, dass man sie SEIN lässt. Jack Kornfield

 

Die nächste Übung lautet: „Wertschätzung“.

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Achtsamkeit Woche 37 – der Wind

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Wind ist für mich gleichbedeutend mit Veränderung und die gab es in meinem Leben zuhauf. Ich bin mit 38 Jahren bereits 16 Mal umgezogen und möchte gar nicht beurteilen ob das per se nun gut oder schlecht war, ABER ich bin sehr froh jetzt angekommen zu sein, mich zuhause zu fühlen und mein Leben mit Routine, Rhythmus und Regelmäßigkeit zu füllen.

Wind bewegt – in allen Bereichen und kann je nach Windstärke von einem lauen Lüftchen bis zu einem Hurrican reichen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin und auch im Aryurveda ist zu viel Wind schädlich und dem kann ich nur beipflichten. Immer in Bewegung zu sein oder bewegt zu werden ist sehr anstrengend und kräftezerrend. Keine Bewegung bringt Starre. Der Clou ist wohl sich dessen bewusst zu sein und in sich zu fühlen was einem gut tut. Ich mache meist zu viel – bin ständig in Bewegung (Im Ayurveda nennt man das eine Vata-Konstitution) und muss mich bewusst zurücknehmen. Das ist ungewohnt und fühl sich deswegen auch komisch an, aber ich merke wie gut mir das tut. Auch meine Kinder profitieren von einem Tagesrhythmus enorm.

Auf die nächste Übung freue ich mich sehr, die da lautet: „Zuhören wie ein Schwamm“.

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Achtsamkeit Woche 36 – Übersehen sie etwas

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Zuerst bin ich beim Lesen der Aufgabe zusammengezuckt, weil das „Übersehen sie etwas“ in mir (alte) Gefühle, Gedanken und Empfindungen berührte. Nämlich ja keinen Fehler zu machen, aus diesem Grund genauestens aufzupassen,  Stimmungen zu erfühlen, alles auf die goldene Waagschale zu legen…

Doch bei dieser Übung geht es meiner Meinung nach um etwas anders. Es geht um das Hinterfragen unserer Denk- und Sichtweise, unser Konditionierungen und insbesondere unserer Vorurteile. Wir machen uns recht rasch ein Bild einer Situation ohne genügend Details zu kennen. Aus diesem Grund ist das Bild auch oft unscharf, verzerrt oder trüb.  Wir bemühen uns Situationen, Menschen und Begebenheiten einzuschätzen, aber wir müssen uns bewusst sein, dass wir immer durch dir Brille unserer Vergangenheit sehen. Das ist natürlich oft sehr hilfreich, kann aber eben auch dazuführen, dass wir kaum neue Erfahrungen machen können. Wir können nur erkennen wovon wir Kenntnis haben. Alles Neuro oder was 

Auch ist unsere Fähigkeit zur Aufnahme von Informationen schlicht und ergreifend begrenzt. Wenden wir unseren Fokus auf Neues und Ungewohntes, ist das zuallererst auch anstrengender als sich auf alten (neuronalen) Bahnen zu bewegen. Das Bewusstsein um die Endlichkeit unserer Energie und das klugen Einsetzen und Verwalten ebendieser kann von großem Nutzen sein.

Die nächste Übung lautet: „Der Wind“.

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Achtsamkeit Woche 35 – Abneigung bemerken

Bild von johnhain (www.pixabay.com)

Die Übung „Abneigung bemerken“ fand ich sehr interessant. Besonders weil ich mich die letzten zwei Wochen (wieder) intensiv mit Ayurveda und besonders mit den diesbezüglichen Ernährungsempfehlungen beschäftigt habe. Ich glaube als Baby kommt man mit perfekten Instinkten zur Welt, die man leider mit der Zeit mehr oder weniger verliert. Wir passen uns an, was nicht per se schlecht ist, aber schlecht sein kann. Wir verlieren den Bezug zu uns, zu unseren Vorlieben und Abneigungen, zu unserer inneren Stimme und denken dann: „Wenn ich so oder so bin und/oder dies oder jenes mache, dann werde ich glücklich sein, dazugehören, richtig sein. Nur geht das leider (oder zum Glück) nicht auf. Wir werden unglücklicher, fühlen uns nichtzugehörig und falsch so wie wir sind. Hier kann Achtsamkeit so viel Gutes bewirken. Ich beobachte: „Das stört mich, das mag ich nicht, das lehne ich ab“ und lasse es so sein. Meist sind es Triggerpunkte, Gewohnheiten, Konditionierungen, oft aber hilfreiche Wegweiser. Wenn ich durch diese Gefühle gehe, komme ich langsam und Schritt für Schritt (wieder) bei mir an.

Als Gegenmittel für Abneigung, die wenn sie wuchert und überhandnimmt uns und anderen sehr schaden kann, hilft die Übung der liebenden Güte

Die nächste Übung lautet: „Übersehen sie etwas“.

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Verlängerung

Ich verlänge die Achtsamkeitsübung – Abneigungen bemerken um zwei Wochen. Da ich zur Zeit den Impuls habe gut für mich, meinen Körper und meinen Geist zu sorgen, habe ich angefangen mich wieder mehr um meine Ernährung zu kümmern. Ich habe schon einiges ausprobiert (Rohkost, vegan…) Mit Ayurveda habe ich mich bereits einmal beschäftigt und bin jetzt wieder darauf gekommen. Auch in der Ernährung spielt Abneigung eine große Rolle. Kinder wissen instinktiv was sie brauchen und was nicht. Leider geht dieser Instinkt oft im Laufe des Lebens verloren. Ich glaube das hat bei mir, neben andern nicht unwesentlichen Faktoren, dazu beigetragen, dass ich körperliche Schmerzen und sehr unruhige Gedanken hatte/habe. Das war schon viel schlimmer. Es gab Zeiten da nahm ich täglich Schmerzmittel und trotzdem lag ich oft nachts mit Schmerzen in Rücken und Beinen und mit einem Gefühl als würde jemand an meinen Knochen sägen auf dem Wohnzimmerboden und weinte. Da es viel besser, aber noch nicht ganz heil ist, möchte ich versuchsweise die nächsten zwei Wochen eine sanfte ayurvedische Kur durchführen und meine Ernährung und Lebensweise umstellen.

Ich wünsche euch von Herzen alles Liebe und Wohlergehen! ❤