Dankbarkeit – Achtsamkeit Woche 39

Bild von monikabaechler (www.pixabay.com)

Meiner Meinung nach ist Dankbarkeit eine Fähigkeit, die man kultivieren kann. Ich kann, wenn ich möchte, meinen Fokus bewusst auf die Aspekte meines Lebens richten für die ich Dankbarkeit empfinde. Eine Steigerungsstufe wäre für Dinge dankbar zu sein, die auf den ersten Blick Undankbarkeit auslösen. Jedoch ist Undankbarkeit für mich nichts Schlechtes in dem Sinne. Ich bin von Zeit zu Zeit undankbar – sehr sogar, sehe aber keinen Sinn (mehr) darin, mich dafür zu verurteilen. Ich gehe aus der Berurteilung, oder besser gesagt beobachte mich beim Beurteilen und lasse es so sein und durch das Soseinlassen beende ich den Kampf gegen die Undankbarkeit und es tun sich Räume, Sichtweisen, Gefühle und Zugänge auf, die in der Enge des Krieges gegen die unliebsame Undankbarkeit nicht möglich gewesen wären. Auf der anderen Seite macht es natürlich Sinn Dankbarkeit zu kultivieren, weil das Schätzen für das Schöne und Gute in unserem Leben glücklich(er) und zufrieden(er) macht. Ich schreibe seit einigen Monaten sehr regelmäßig am Abend ein Dankbarkeitstagebuch. Ganz spannend finde ich, dass sich nicht nur meine Schreibeweise, von klein und angepasst zu größer und schwungvoller, sondern auch meine Sicht auf Dinge für die ich dankbar sein kann, verändert hat. An herausfordernden Tagen, besonders wenn mich Gefühle von Wut und Zorn überrollt haben, bin ich instinktiv dazu übergegangen zu schreiben:

Ich bin dankbar für meine Wut.

Dieser einfache Satz hat mir geholfen einen anderen Zugang zu diesem unliebsamen und unterdrückten Gefühl zu finden. Es ist so, als hätte ich ihn in eine Höhle gerufen und es hallt (heilt) nach und nach und nach…

Auf die nächste Übung heißt: „Zeichen des Alterns“.

Unter der Kategorie Achtsamkeitschallenge findet ihr die vorangegangenen Beiträge. Die Leseprobe mit allen Übungen gibt es hier
TIPP: Ein Jahresprojekt „Achtsam durch den Tag“ und viele verschiedene Links zum Thema Achtsamkeit findet ihr bei widerstandistzweckmässig

 

10 Gedanken zu „Dankbarkeit – Achtsamkeit Woche 39

  1. widerstandistzweckmaessig

    Hallo Meli!

    Ich habe die Sache mit der Dankbarkeit in meinen Tag integriert. Jeden Tag in der Früh überlege ich mir mindestens 3 Dinge vom Vortag, für die ich dankbar bin.

    Meistens fällt es mir sehr leicht, aber manchmal muss ich auch danach suchen. Wenn es ein Tag war, den ich ganz furchtbar in Erinnerung habe. Aber ich finde immer etwas und auch das macht mich dankbar. Dankbar dafür, dass es in Wirklichkeit keine Tage gibt, die wirklich ganz schlecht sind. Es gibt immer schöne Momente!

    Dein Gedankengang mit der Dankbarkeit für die Wut beispielsweise hat mich sehr berührt. Das ist ein ganz neuer Aspekt für mich und ich glaube, ich werde dem in nächster Zeit einmal mehr Aufmerksamkeit schenken. Dankbarkeit für Gefühle, die man selbst als negativ beurteilt. Vielleicht sind sie gar nicht so negativ sondern werden es nur dadurch, dass ich sie nicht annehme und ihre Botschaft nicht hören möchte? Grübelgrübel. Da hast Du mir wirklich eine Denkaufgabe gegeben!!!

    lg
    Maria

    Gefällt 2 Personen

  2. May DelC

    „Ich bin dankbar für meine Wut“ … das ist grandios. So habe ich das noch nicht gesehen. Mein Ansatz war bisher zu akzeptieren, was für mich schon eine Verbesserung war. Aber dankbar dafür zu sein, das finde ich noch viel schöner. Danke fürs Teilen. 🙂

    Gefällt 2 Personen

  3. Benita Wiese (Pseudonym)

    Liebe Melli,
    das ist ein besonders schöner Beitrag (wobei das kann ich eigentlich bei allen deinen Texten schreiben 😉 ) Dankbarkeit ist wirklich lernbar, das habe ich auch so erfahren. Dankbar für die eigene Wut zu sein, ist ein genialer Ansatz. Irgendwie nimmt es dem Toben den Stachel. Und wenn Wut, die eigentlich eine logische Konsequenz wäre nicht fühlbar ist, ist dankbar zu sein ein besonderer Zugang. 😊

    Danke dir für deine inspirierenden Gedanken. ❤
    Alles Liebe dir von Herzen. 🌻🌺 🌜
    "Benita"

    Gefällt 1 Person

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