Achtsamkeit Woche 33 – Hitze und Kälte

Bild von werner22brigitte (www.pixabay.com)

Hitze und Kälte – auf den ersten Blick zwei scheinbare Gegensätze, aber ist es nicht so, dass es zwei Pole eines Ganzen sind; Begriffe die sich gegenseitig bedingen. Ich kann das eine ohne das andere nicht erkennen.

Ich würde mich als empfindlich beschreiben was Hitze und Kälte anbelangt. Wenn mir zum Beispiel sehr heiß ist und es möchte mich jemand berühren, empfinde ich das als sehr unangenehm. Ebenso in einem heißen Auto zu sitzen. Ich merke, dass sich, wenn ich meinem Gedankenstrom folge – es ist so heiß, ich bekomme kaum Luft – mein körperliches Empfinden sofort sehr verschlechtert. Auch wenn es hier hauptsächlich die Gedanken wären, die mich leiden lassen würden, ist es wichtig ein Gefühl für seine Grenzen zu bekommen, da man/frau sich sonst tatsächlich schädigt. Der Körper kann nur einen gewissen Grad an Hitze und Kälte ertragen. Wobei das Empfinden von Hitze und Kälte dennoch eine subjektive Empfindung ist und auch durch Gewohnheiten geprägt wird. Ich kann mich an eine Situation erinnern wo ich so kalte Finger hatte, dass ich es kaum schaffte die Haustüre aufzusperren. Meine Finger waren so kraftlos und taten mir weh. Heiße Teller zu tragen ist für meine Finger wiederum in den meisten Fällen kein Problem.

NACHTRAG: Sehr interessant und spannend finde ich die Erläuterungen im Buch. Ein kurzer Auszug:

Wir verschwenden so viel Mühe auf den Versuch, uns die äußeren Bedingungen angenehm zu machen. Es ist jedoch unmöglich, es uns die ganze Zeit bequem zu machen, wie die Natur aller Dinge Wandel ist. Dieser Versuch, die Dinge zu kontrollieren, ist der Kern unserer körperlichen Erschöpfung und unseres emotionalen Unwohlseins. Es gibt ein Zen-Koan zu diesem Thema. Einst fragte ein Mönch Meister Tozan: „Kälte und Hitze“ suchen uns heim. Wie können wir sie vermeiden?“ Tozan antwortete: „Warum gehst du nicht an den Ort, an dem es keine Kälte oder Hitze gibt?“ Der Mönch war ratlos und fragte: „Wo ist der Ort, an dem es keine Kälte oder Hitze gibt?“ Tozan sagte: „Wenn es kalt ist, stirbt der Mönch vor Kälte. Wenn es warm ist, stirbt der Mönch vor Hitze.“ Bei dieser Unterweisung bedeutet „sterben“, die eigene Vorstellung davon sterben zu lasen, wie die Dinge sein sollten, damit man glücklich ist. Es mag sich seltsam anhören, aber man kann Achtsamkeit mit Unbehagen oder Schmerzen üben und dabei ganz glücklich sein. Dieses Glück entsteht aus der Freude, einfach präsent zu sein, und auch aus dem Zutrauen, das man dabei gewinnt – dem Zutrauen, dass man bei fortgesetzter Praxis schließlich in der Lage sein wird, sich allem, was das Leben mit sich bringt, mithilfe von Werkzeugen wie der Achtsamkeit stellen zu können, sogar dem Schmerz. (Achtsam durch den Tag, Jan Chozen Bays, 4. Auflage 2014, Seite 133)

Die nächste Übung lautet: „Die große Erde unter Ihnen“.

Unter der Kategorie Achtsamkeitschallenge findet ihr die vorangegangenen Beiträge. Die Leseprobe mit allen Übungen gibt es hier
TIPP: Ein Jahresprojekt „Achtsam durch den Tag“ und viele verschiedene Links zum Thema Achtsamkeit findet ihr bei widerstandistzweckmässig

 

 

8 Gedanken zu „Achtsamkeit Woche 33 – Hitze und Kälte

  1. insidetripsite

    …das gleiche Gefühl hatte ich auch in in Thailand bei einem Vipassana retreat… es war quasi „unmöglich“ bei der Hitze! Furchtbar anstrengend, auch bei den Sitzmeditaionen war es einfach nur unerträglich und du musstest da irgendwie durch, bis ich es irgendwann tatsächlich einfach so angenommen habe ohne etwas ändern zu wollen – dann war es nicht mehr ganz so schlimm 🙂 Langer Prozess… gleiches galt auch für die ganzen Schmerzen und allem anderen… LG, Feraye

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  2. widerstandistzweckmaessig

    Hallo Melli!

    Nachdem ich selbst sehr temperaturempfindlich bn, kann ich Deine Gefühle sehr gut nachvollziehen.

    Für mich habe ich als Lösung gefunden, dass ich mich ein wenig anders kleide, damit ich mich an oder ausziehen kann, je nach Temperatur. Ich trage im Winter auch einen Rollkragen mehr sondern lieber Tücher, da ich diese einfach weg legen kann, wenn mir zu warm wird.

    Um ein heißes Auto zu vermeiden, nehme ich längere Wege in Kauf, damit es im Schatten stehen kann. Ein überhitztes Auto ist wirklich sehr unangenehm.

    lg
    Maria

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    1. Unglaublich leicht

      Hallo Maria!

      Vielen lieben Dank für deine Nachricht! Ich finde den Zwiebellook sehr praktisch, auch bei den Kindern. 🙂

      Das finde ich auch, besonders wenn das Auto dann auch noch voll ist 😀 aber mit den Fokus weg von den Gedanken hin zum Körper und mit dem Versuch die Situation, wenn sie nicht zu ändern ist, anzunehmen, klappt es ganz gut!

      Alles Liebe

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  3. einfach glücklich

    Für mich ist vor allem der Anfang des Zitates sehr lehrreich…die Suche nach dem Angenehmen und bequemen…bin ziemlich lärmempfindlich und es gelassen hinnehmen zu können, wenn es einmal laut ist…das ist eine Aufgabe für mich, aber es wird langsam besser…

    Gefällt 1 Person

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