Heureka

Bild von unglaublichleicht 

Seit November beschäftigte mich die Tatsache, dass mir das Meditieren immer schwerer gefallen ist. Zuerst dachte ich, dass es etwas mit dem Sitzen zu tun hat und deswegen habe ich nur mehr im Liegen meditiert. Das ging eine Weile gut. Bei manchen Meditation besser, bei anderen schlechter und zum Schluss hin war es bei fast allen Meditationen (bis auf die zeitlich kurzen) nur mehr unangenehm. Das Gefühl mich nicht bewegen zu dürfen, hat mir großes körperliches und seelisches Unbehagen bereitet. Warum habe ich es also trotzdem gemacht? Dafür gibt es hauptsächlich zwei Gründe. Meine Meinung war, dass das Meditieren, ähnlich wie beim Training im körperlichen Bereich, durchaus ein wenig herausfordernd sein darf und ich konnte einfach nicht nachvollziehen warum das Stillhalten für mich so unfassbar schwierig ist.

Seit Kurzem beschäftige ich mich vermehrt mit den spannenden Erkenntnissen der Hirnforschung im Zusammenhang mit Achtsamkeit. Ein sehr gutes Buch dazu, das den achtsamen Umgang in der Kindererziehung zum Hauptthema hat ist: „Achtsame Kommunikation mit Kindern“ von Daniel J. Siegel & Tina Payne Bryson. Im Kapitel 4 dieses Buches geht es um das Integrieren von Erinnerungen als Weg zu Wachstum und Heilung. Dabei ist auch die Rede von expliziten und impliziten Erinnerung, grob gesagt Erinnerungen an die man sich bewusst (das erste Mal Windelwechseln) erinnern kann bzw. die eher unbewusst (das Windelwechseln als Prozess, über den man nicht mehr nachdenkt) von Statten gehen und an die man sich nicht bewusst erinnern kann. Hier ist es ganz gut beschrieben, finde ich.

Was hat das Ganze mit meiner Meditationspraxis zu tun? Im Alter von neun Jahren war ich drei Wochen im Krankenhaus und wurde nach unzähligen Untersuchungen an der Niere operiert. Ich kann mich nur an eine Untersuchung bewusst erinnern. Es war eine bei der ich, meiner subjektiven Erinnerung nach, keine Schmerzen empfunden habe. Ich weiß, dass ich furchtbare Angst vor Spritzen hatten. Die Zeckenschutzimpfung in der Schule war für mich schrecklich und ich habe meist bevor ich überhaupt in den Untersuchungsraum kam, geweint. 

Meiner Meinung nach assoziiert mein Gehirn das Stillhalten bei der Meditaiton mit dem Stillhalten bei den Untersuchungen im Krankenhaus und den daraus resultierenden Schmerzen (körperlich wie seelisch) Satzfragmente meiner Mutter aus meiner Erinnerung, die vielleicht noch ihr Übriges getan haben: „Sie haben einfach irgendetwas operiert… notwendig wäre es nicht gewesen…“ 

Ich habe meine Schlüsse daraus gezogen und bin dem Rat von lieben Bloggerinnen und Bloggern gefolgt und zur Gehmeditation (hier) übergegangen. Was auch sehr gut funktioniert ist progressive Muskelentspannung nach Jakobson (hier)

Ich wünsche euch allen einen guten Start in die Woche und alles Liebe! ❤

4 Gedanken zu „Heureka

  1. Luise Kakadu

    Das „Vorspiel“ deiner Schwierigkeiten mit Meditation ist mir irgendwie im Bewußtsein entgangen – aber eben beim Lesen war dies auch mein erster Gedanke.
    „Warum MUSS man bei der Meditation still liegen oder sitzen?“
    Dann gäbe es doch keine Geh-Meditation.

    Ich freue mich sehr, dass Du diese bereits entdeckt hast.
    Und wünsche dir fröhliches, sonniges Meditieren ❤

    Gefällt 2 Personen

    1. Unglaublich leicht

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ich glaube das Problem ist nicht das Sitzen an und für sich, eher das Stillhalten, obwohl ich dir auf jeden Fall zustimme, dass die Sitzmeditation herausfordernd ist und der Übung bedarf. Zum jetzigen Zeitpunkt möchte ich es mir bewusst leicht(er) machen. Mein Leben bietet zum Glück (so möchte ich es gerne sehen) sehr viele Gelegenheiten das Annehmen zu üben, sodass ich die Meditation zur Zeit primär als Werkzeug zur Entspannung nutzen will. Alles Liebe!

      Gefällt mir

Hallo! Danke für deinen Beitrag! 🌟

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s