O(m)h mein Gott…

Bild von hansbenn (www.pixabay.com)

Ich darf sagen die meisten Tage verlaufen bei uns seit einiger Zeit trotz dass wir so ein großes buntes Kuddelmuddel sind und Dank der 3 R (Routinen, Regeln und Rituale) durchwegs harmonisch. Quasi in Balance mit allem  was dazugehört, aber es gibt dennoch Tage, da denk ich mir, ich werd verrückt. Die Kleinen schreien und zettern und hängen einzeln oder im Doppelpack an meinen Beinen und wollen getragen werden – am Besten beide gleichzeitig und das ohne Übertreibung den ganzen Tag. Meistens empfinde ich das als großes Glück, dann setze ich mich zu ihnen auf den Boden und sie turnen und kraxeln wie kleine Fuchskinder auf mir rum. Ich muss dann immer an die Naturdokumentationen denken wo die Tierbabies raufen und auf der Tiermama herumtollen während sie gemächlich daliegt oder sitzt auch ich genieße mein Fuchmamadasein. Ich nehme mir bewusst die Zeit und schenke ihnen meine volle Aufmerksamkeit und wir spielen. Eher blöd wenn das nicht der Fall ist, weil ich versprochen, mir vorgenommen und eingebildet habe genau an diesem Tag Dinge zu erledigen, die ich unmöglich verschieben kann, will oder darf oder in meinen alten Perfektionismus- und Kontrollmodus abdrifte. Dann wird es haarig. Komisch, dass genau an solch einem Tag ständig essen wollen, aber nichts schmeckt ihnen so richtig und es landet wahlweise gut durchgekaut auf dem Boden oder in den Haaren. Zum Alleine-Spielen haben sie keine Zeit, weil sie von mir getragen werden wollen und wenn sie spielen streiten sie. An solchen Tagen geht dann meist noch irgendetwas kaputt, ich habe Streit mit meinem Mann und meiner großer Tochter und meine Mittlere möchte unbedingt und auf der Stelle eine Meerjungfrauschwanzflosse.

Zum Glück ist es nicht mehr so, dass ich mich nach solchen Tag selbst anklage und verurteile nicht gleich gesehen und gehandelt zu haben. Natürlich gibt es Dinge, die wollen und sollen erledigt werden. In vielen Fälle ist es aber so, dass wir denken wir müssen genau das, genau jetzt und genau auf die eine Art und Weise erledigen. Dabei kann vieles entschleunigt werden, warten und perfekt unperfekt sein.

Vertrauen anstatt Kontrolle, Achtsamkeit anstatt Autopilot, Selbstverantwortung anstatt Konditionierung.

 

12 Gedanken zu „O(m)h mein Gott…

    1. Unglaublich leicht

      Oh danke!! Meine Größte hat mir vor Kurzem ein total schönes Kompliment gemacht. Wir haben darüber geredet wie es war als sie noch kleiner war und ich habe gemeint, dass wir doch sehr schöne Zeiten hatten obwohl ich bei Gott doch einiges falsch gemacht habe und sie hat gemeint auf jeden Fall, sonst wäre ich schon längst weg (Sie ist jetzt 19) ❤️

      Gefällt 3 Personen

  1. Benita Wiese (Pseudonym)

    Liebe Melli,
    Ein wunderbarer Beitrag. 🙂

    „Vertrauen anstatt Kontrolle, Achtsamkeit anstatt Autopilot, Selbstverantwortung anstatt Konditionierung.“
    Wie wunderbar klingt dies und wie schwierig ist es umzusetzen.
    Vielleicht sollte ich diese, deine Worte als Erinnerung an eine meiner Wände plakatieren?! 🙂
    Ich danke dir für den Wegweiser, der mir keinesfalls fremd, aber doch mitunter verschmutzt und dann unlesbar ist.

    Ich wünsche dir einen schönen Abend, wie du ihn gerne hast. ❤ 🙂
    Alles Liebe dir ❤
    "Benita"

    Gefällt 2 Personen

    1. Unglaublich leicht

      Liebe Benita! Ich danke dir für deinen wunderschönen Kommentar! ❤🙏 Ja ich stimme dir zu es ist schwer, aber mittlerweile habe ich das Gefühl es ist machbar… Ich freue mich so, dass meine Worte dir Kraft geben! 🙂 Das Gleiche gilt für die deinen!! Viele Male hab ich deinen letzten Beitrag gelesen und einige Stellen haben mich so sehr berührt ❤ Ich danke dir und wünsch dir ebenfalls einen schönen Abend! Alles alles Liebe ❤️🌟

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      1. Benita Wiese (Pseudonym)

        Herzlichen Dank für deine lieben Worte zu meinem letzten Beitrag und Wünsche. 🙂 ❤ Das freut mich sehr,sehr!

        Zu deinem Text. Ich bin sogar überzeugt, dass es machbar ist. Vermutlich sogar unverzichtbar. Und ich denke auch, dass es immer leichter fällt, je öfter es trainiert wird. So werden Gewohnheiten, wie Unachtsamkeit durch neue gesunde ersetzt. Und was Gewohnheit ist fällt leichter. … Hab eben einen interessanten Gedanken: Achtsamkeit und Gewohnheit, ein Widerspruch? Ich denke nicht, da achtsames Leben blinden Automatismus ausschließt, führt tägliches Praktizieren zu einem leichteren Zugang dazu, nicht mehr und nicht weniger.
        ❤ eine liebe Umarmung wenn du magst. 🙂

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      2. Unglaublich leicht

        Danke für deine mutmachenden Zeilen!! Ich sehe auch, dass mein kontinuerliches Glückstraining (so nenne ich das) 😉 enorm viel bewegt hat. Manchmal habe ich einfach Angst, dass es wieder so schlimm wird wie es einmal war – dass ich so viel Glück nicht verdient habe, aber auch diese Gedanken verschwinden eben durch das Üben und Umsetzen immer mehr, aber nicht auf negative Art und Weise indem ich sie verdränge, sondern sie lösen sich tatsächlich immer mehr auf.
        … Ein interessanter Gedanke – Achtsamkeit und Gewohnheit. Ich sehe das wie du. Vielen lieben Dank! Gerne! Ich umarme zurück 🙂 ❤

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  2. Luise Kakadu

    Auch von mir ein liebes Danke für deinen berührenden Text ❤

    Ich kenne das auch nur zu gut.
    Meine Tochter sagte erst nach ihrem Auszug zu mir, ich sei die allerbeste Mama der Welt. Und das tut so dermaßen gut nach so vielen schweren Jahren.
    Letztlich liegt es wohl im Mensch-sein; im zugeben können, dass man auch an sich SELBST arbeitet; arbeiten MUSS.

    Diese Verbissenheit, die man manchmal entwickelt – vermutlich sogar, weil man in diesem Moment eben NICHT fühlt.
    Weil irgendetwas in einem schreit, jetzt und sofort und dringend getan werden zu müssen und man wird davon so hart, kalt und abweisend.
    Bis man plötzlich FÜHLT, dass man sich abscheulich fühlt.
    Abscheulich, hart, kalt und herzlos.
    Und dann aufwacht und beginnt, anders zu sein.

    Sich öffnet, einläßt und fühlt.
    Und fühlt, wie unwichtig dieses Eine eigentlich ist – und wie viel wichtiger die Kinder; die Lieben.
    Das sich Besinnen auf die Wärme und das Miteinander.

    Ich glaube, das eine ist Einsamkeit und das andere Liebe.
    Und plötzlich fällt alle Anspannung ab.

    Uff – ich hoffe, das ist nicht allzu wirr.
    Dir einen schönen, liebevollen Tag 3

    Gefällt 2 Personen

    1. Unglaublich leicht

      Liebe Luise! Danke dir!! ❤ Nein, das war gar nicht wirr! Im Gegenteil! GENAU SO ist es für mich. Ich gehe vom Fühlen ins Funktionieren bzw. eine Art Automatismus, der mich macht wie du es beschreibst: "Weil irgendetwas in einem schreit, jetzt und sofort und dringend getan werden zu müssen und man wird davon so hart, kalt und abweisend."

      Ja, Einsamkeit… ich hatte ganz oft das Gefühl nicht zugehörig zu sein – wahrscheinlich auch aus Selbstschutz und habe mich dann auch wie nichtzugehörig benommen, dann stand ich natürlich noch mehr im Außen. Jetzt versuche ich wieder öfters ins Vertrauen zu gehen und dabei aber auf meine innere Stimme zu hören – gar nicht so einfach. Vielleicht ist das auch ein Grund für das sich automatisch verhalten? Und der Gedanke soviel Liebe und Glück nicht verdient zu haben? Aber auch diese Gedanken dürfen sich Schritt für Schritt lösen und gehen 🙂

      Vielen lieben Dank! Ich wünsche dir ebenfalls einen wunderschönen Tag! Alles Liebe für dich!! ❤

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      1. Luise Kakadu

        Ich sehe immer wieder an der Entwicklung der Generationen – meiner Mutter zu mir und ich zu meiner Tochter – wie sehr Lügen und Ausreden jedes Heilen verhindern und Ehrlichkeit hingegen jedes Verzeihen und Heilen möglich macht.

        Fehler einzusehen, echtes Bedauern und auch ein Erklären machen möglich, dass der andere versteht, nachvollzieht, vergibt und liebt.
        Etwas wundervolles, ganz starkes kann passieren, wenn man Mut hat 🙂

        Gefällt 2 Personen

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