Eine bessere Version

Zur Zeit springt mich ein „Vorsatz“ immer wieder an:

werde eine bessere Version deiner selbst

Ich verstehe, dass man an sich arbeiten sollte und durch Übung immer besser wird, ABER ist es nicht sehr viel sinnvoller zuerst einmal anzunehmen was da ist? Herauszufinden wer man ist, mit allen Gefühlen und Empfindungen. Und das Ganze nicht im Schnellverfahren, sondern mit genügend Raum und Zeit. Ansonsten wird auf etwas Unangenommenes etwas scheinbar Besseres draufgepackt.

Ich gebe zu, dass ich nicht objektiv an das Ganze ran gehen kann. Ich versuche schon seit meiner Kindheit „besser“ zu sein, mit dem Ziel Liebe und Anerkennung zu bekommen. Hat aber nicht oder nur teilweise funktioniert. Wahrscheinlich habe ich auch deswegen einen Knödel im Bauch, wenn ich darüber nachdenke. Überhaupt wer bestimmt denn was besser ist, wann jemand besser geworden ist und vielleicht sagt ein anderer: ich finde das aber ganz und gar nicht besser, sondern eher im Gegenteil. Steckt darin nicht auch der Versuch noch schneller, leistungsfähiger, glücklicher, erfolgreicher zu werden? Und was ist mit denen, die scheinbar nicht besser werden (können), obwohl sie es immer und immer wieder versuchen. Ist das nicht ein enormer Druck der da entsteht? Außerdem stehen bei diesem Besserwerden Glück, Freude, und Erfolg im Vordergrund. Trauer, Wut und Leid haben keinen Platz. Alle lachen, sind fröhlich und rund um die Uhr mit sich im Reinen. Da bin ich kurzfristig sofort aufgesprungen auf den Zug, den genau danach habe ich mich immer gesehnt.

Des Weisheits letzter Schluss – der Versuch besser zu werden, hat mich zeitweise auch ein Stückchen glücklicher sein lassen, aber was meine Seele wirklich nährt und braucht ist eines und das heißt Annahme. Es ist manchmal kein leichter Weg, aber es ist ein schöner, besonderer Weg. Und da wird nicht nur gelacht, da wird auch viel geweint und betrauert und da ist man auch mal wütend und verzweifelt – aber man ist. Das ist das Leben, lebendig und laut und bunt, heiß und kalt und schön und grausam und einfach ALLES. Und da sich dieses ALLES ständig ändert und im Fluss ist, kann man vielleicht irgendwann lernen am Ufer zu sitzen und zuzusehen.

20 Gedanken zu „Eine bessere Version

  1. Luise Kakadu

    Guten Morgen, Du Liebe ❤

    Als erstes mag ich dir sagen, wie wundervoll ich immer deine Fotos empfinde.
    Am liebsten würde ich jedes dazu nutzen, einen Bildschirmhintergrund einzurichten – aber ich habe nur einen einzigen…

    Was soll ich nun sagen zu deinem Beitrag?
    Es fühlt sich gut und richtig an, was Du schreibst.
    Auch ich frage mich oft, was dieses "besser" bedeutet.

    Ich gebe dir Recht, wenn Du sagst, wie soll man das "Besser" wissen, wenn man noch garnicht weiß, was das Aktuell ist; das Gut; das Ist.
    Wie soll man etwas steigern, potenzieren können, das man garnicht kennt.

    So fange auch ich an im Jetzt.
    Kennenlernen und erforschen, das ist.
    Und jenes zu stärken, zu unterstützen, das mir gefällt.

    Jenes, das mir nicht gefällt, will ich nicht bekämpfen – weil es sich dann nur wehrt.
    Aber wenn man das eine belohnt, geht das andere vielleicht von alleine ein bißchen in den Hintergrund?
    Ich weiß es nicht.

    Annehmen was ist – ich glaube hiermit fängt es an.
    Liebe für alles in dir.
    Manchmal verwandeln sich Frösche auch in Prinzen.
    Oder wie war das in einer Geschichte in den Büchern?
    "Ist es gut? Ist es schlecht? Man weiß es nicht."

    Dir einen freudvollen, gefühlvollen, liebenden Tag.

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    1. unglaublich leichte schwere

      So nochmal 🙂

      Guten Morgen liebe Luise! Vielen lieben Dank für deinen Kommentar! Genau – ist es gut, ist es schlecht – man weiß es nicht (die Geschichte liebe ich) und für die groben Sachen gibt es ohnehin Richtlinien (die zehn Gebote, der achtfache Pfad, das eigene Herz und der Verstand und was weiß ich noch was :-))

      Dir auch einen schönen, wundervollen, alles darf sein Tag ❤

      Gefällt 1 Person

  2. widerstandistzweckmaessig

    Hallo!

    Mit Deinem Beitrag hast Du auch einen wunden Punkt beim mir berührt (viele sind der Meinung ich sei eine Perfektionistin). Ich kann daher Deinen Gedankengänge sehr gut nachvollziehen!

    Weißt Du was mir beim Lesen Interessantes dazu eingefallen ist? Man kann ja vieles umdeuten.

    Ist Dein Wunsch Dich selbst annehmen zu können nicht auch eine Form von besseres Selbst? Könnte man das nicht auch so betrachten?

    Nur so ein Gedankengang, der gerade ausgelöst wurde.

    Die Geschichte „ist es gut ist es schlecht…“ kenne ich, finde ich super!

    liebe Grüße
    Maria

    Gefällt 2 Personen

    1. unglaublich leichte schwere

      Ja im Grunde kann man auch die Selbstannahme bis auf die Spitze treiben. 🙂 Zur Zeit versuche ich meine Gefühle und Empfindungen zu beobachten und anzunehmen wie sie sind und da kommt ein Wirrwarr aus selbigen hoch – unfassbar 🙂 Manche Gedanken, die sich sehr festgesetzt haben, versuche ich dann durch das Schreiben zu ordnen. Das Gefühl nicht gut genug zu sein gehört dazu, das trage ich in mir und ich versuche mich nicht mehr zu wehren. Ich lasse es einfach da sein.

      Liebe Grüße Melli

      Gefällt 2 Personen

      1. Benita Wiese (Pseudonym)

        Liebe Melli,
        Es erscheint mir wie eine Form der Meditation oder des Yoga (Wo Meditation auch eine Form davon ist). Ich meine Yoga/Meditation als Weg, als Praxis 24h am Tag. Gefühle beobachten, sein lassen und ziehen lassen. Kein Druck, Wahrnehmungen zu bewerten oder ändern zu wollen, mit Zwang. Aber durch das Fließen lassen, durch den gütigen Blick darauf was ist, darf es sich ändern. Kann gehen, was nicht mehr gebraucht wird und sich ändern, was SO nicht mehr nötig ist.
        Ein wunderbarer Beitrag, der mir sehr guttut. Danke dir 🙂 ❤

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      2. Benita Wiese (Pseudonym)

        Liebe Melli,

        mich freut, dass mein Beitrag auch einen Teil Anregung für deinen Weg war. 😊
        Ich merke in mehreren deiner Texte, dass ich mich dir immer wieder nahe fühle, bzw. dass es etwas auslöst, das mir sehr nahe kommt. Das ist schön!

        Übrigens gefällt mir dein neues Profilfoto sehr gut! 😊
        Ein schönes restliches Wochenende. 🍀 ❤ ⛅️ … damit meine ich, dass sich Wolken und Sonne abwechseln und BEIDES ist gut und wichtig zu wachsen. 😺

        Alles Liebe
        "Benita" 🐬

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      3. widerstandistzweckmaessig

        Hallo Melli!

        Schreiben ist überhaupt sehr gut dazu geeignet, die Gedanken zu sortieren finde ich. Meist mache ich das einfach nur für mich selbst. Mir hilft es auch, einen Gedanken, der sich im Kreis dreht, wieder loszulassen, da ich ihn ja jederzeit wieder lesen kann. Damit kann ich mich selbst austricksen 😉

        Woher wohl dieses Gefühl „nicht gut genug zu sein“ kommt frage ich mich manchmal. Was ist da wohl verkehrt gelaufen.

        lg
        Maria

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      4. unglaublich leichte schwere

        Hallo Maria! Ich habe auch ein Buch wo ich vieles reinschreibe 😊 Mein Gefühl nicht gut genug zu sein liegt zum Großteil in meiner Kindheit und ich glaube in unserer Familiengeschichte überhaupt. Mittlerweile suche ich nicht mehr nach weiteren Ursachen oder versuche das Gefühl wegzukriegen. Alles Liebe für dich

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      5. Benita Wiese (Pseudonym)

        Ist fein auch hier kommunizieren zu lernen und dass wir beide nicht perfekt sein müssen. 😉 😊 Auch ich muss immer noch lernen, dass ich nur bedingt verantwortlich bin für die Gefühle, die meine Worte auslösen. … Bzw. vielleicht auch etwas zu sagen, weil es gesagt werden muss, auch wenn das Gegenüber dann traurig oder zornig ist. Das kann auch vorkommen und ich hätte vielleicht nicht anders reagieren können oder sollen. … Konfrontation hilft mitunter mehr zu wachsen, als jemandem nach dem Mund zu reden. … DAS ist aber sehr schwierig für mich/uns.

        Eine erholsame Nacht wünsche ich dir 😊 🌛 💫 ✨
        „Benita“

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