Loslassen

 

Über´s Loslassen zu schreiben fällt mir einerseits leicht, andererseits ziemlich schwer. Der Grund dafür liegt darin, dass ich bei den meisten Dingen eher kein Problem habe sie gehen zu lassen. Im Laufe meines Lebens habe ich so einiges über Bord geworfen und mich von vielem befreien und verabschieden dürfen. Manches hat sehr wehgetan, besonders wenn ich nicht diejenige war, die die Entscheidung zum Loslassen getroffen hat, sondern andere oder das Leben. Aufgeben bedeutet auch immer ein Stück Freiheit im Gegensatz zu Anhaftung. Etwas gehen zu lassen, dass einen nach unten zieht fühlt sich gut und richtig an. Manchmal ärgere ich mich auch über banale Dinge, wenn zum Beispiel bei der neuen Jacke gleich mal der Reißverschluss kaputt geht, oder ich etwas verliere. Im Grunde alles belanglos, denn

meine allergrößte Angst ist die einen meiner Liebsten zu verlieren.

Im letzen Jahr war ich bei zwei Trauerfeiern von noch sehr jungen Menschen. Es war sehr emotional, berührend und einschneidend. Man möchte mittragen, lösen, heilen und da sein und kann das auch ein Stück weit, aber man weiß es gibt nichts was man sagen oder tun kann um das ins Reine zu bringen und man fürchtet durch eine Geste oder ein Wort das Untragebare noch unerträglicher zu machen. Ich kann den Schmerz, den die Familie durchmachen muss nur erahnen, denn ich glaube es gibt im Leben nichts Schrecklicheres als sein Kind gehen lassen zu müssen. Diese Ansicht gibt einerseits Kraft all die kleinen und auch größeren Dinge und Geschehnisse loszulassen, aber sie macht andererseits Angst, dass genau das eines Tages passieren könnte. Was bleibt ist der Versuch sich nicht von dieser Furcht lähmen zu lassen, jeden Moment zu genießen, ihn als Geschenk zu betrachten und Kleinigkeiten nicht allzu ernst zu nehmen.

Ein sehr berührendes, offenes und authentisches Buch zu dieser Thematik ist „vier minus drei“ von Barbara Pachl-Eberhart (Leseprobe und Hörprobe)

Hier findest du den Klappentext und Rezensionen.

Einige sehr interessante Gedanken zum Thema Festhalten und Loslassen: Das muss ich mal loslassen….

 

Ich gehe jetzt meine Liebsten drücken und wünsche allen einen wundervollen Start ins Wochenende!

14 Gedanken zu „Loslassen

  1. Benita Wiese (Pseudonym)

    Liebe Melli,
    Für mich hängt das Loslassen unmittelbar mit der Angst jmd. oder etwas zu verlieren zusammen.
    Dazu sagte einmal eine Freundin: „Du kannst nur verlieren, was du besitzt.“ Besitze ich jemals Menschen? … Ich frage mich, ob der Kommentar jetzt passt? … Loslassen ist dzt. ein großes Thema, oder Veränderung, das ja auch ein Loslassen alter Muster und Verhaltensweisen inkludiert. Obwohl es nicht gut tat, ist es schwer manches gehen zu lassen. Die Gewohnheit und das sich eingerichtet haben im Leid oder in Beziehungen, die so holpern, ist eine große Komponente…. Je mehr das eigene angnommen werden kann, desto eher kann ich Fremdes loslassen. Oder läuft es parallel und es gilt die Veränderung „einfach“ zuzulassen? Ich bin konfus. Hoffentlich habe ich dich jetzt nicht angelabert und es passt zum Thema.
    Alles Liebe dir und einen schönen Abend.
    „Benita“

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    1. Unglaublich leicht

      Liebe Benita!

      Ich fühle mich von dir nie angelabert, ganz im Gegenteil. Für mich ist ein Austausch immer sehr bereichernd!

      Ja, das mit der Verlustangst kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Frage nach dem Besitz finde ich interessant und muss sie für mich verneinen. Meine Kinder beispielsweise sehe ich als Geschenk. Vielleicht sollte ich auch anfangen, dass auf alle Menschen, die in mein Leben treten zu übertragen?

      Ich finde es gut, dass Loslassen aktuell ein Thema für dich ist und ich hoffe sehr es geht dir gut dabei, wobei Veränderungen und Umgewöhnung doch immer auch schmerzt, wie du beschreibst. Kann es sein, dass das mit Verlust an Sicherheit, und mag diese noch so hemmend und leidvoll sein, zu tun hat? Fast immer steckt hinter unserem Tun ein Gefühl.

      Vielleicht ist es so, dass wenn man sich mit dem Innen verbindet, es weniger Verhaftungen im Außen im dem Sinne einer negativen Abhängigkeit bzw. Anhaftung gibt?

      Ich danke dir und wünsche dir von Herzen ein gutes Loslassen damit viel Platz für Gutes frei wird! Dir ebenfalls einen schönen Abend! 🌟

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      1. Benita Wiese (Pseudonym)

        Danke dir für deine lieben und hilfreichen Worte. ❤ … Verlust an Sicherheit … da ist etwas dran.
        … Ja, Menschen als Geschenk sehen. Aber wenn ich etwas geschenkt erhalte, geht es doch in meinen Besitz über? Was sind Menschen? Sind sie flüchtige Begleitung, die uns lehren, weiterbringen ob die Begegnung schwierig ist oder liebevoll? Vielleicht wie eine Naturgewalt … Sonne, Wind und Regen etc.. All diese Phänomene bleiben unterschiedlich lange, wechseln einander ab. Alles ist hilfreich und belebt uns, kann aber wauch in große Belastung umschlagen. … Es gibt die Meditation der liebenden Güte, deren Ausrichtung ist, dorthin zu kommen, allen Menschen in Liebe begegnen zu können und ihnen ihre Freiheit zu lassen. 🙂 ❤

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      2. Unglaublich leicht

        Den Gedanken mit dem Geschenk hatte ich beim Schreiben auch 😊

        Der Vergleich mit den Naturgewalten fühlt sich sehr stimmig an ❤️und die Betrachtungsweise jeden Menschen als Lehrer zu sehen, empfinde ich als hilfreich.

        Zu den Naturgewalten fällt mir noch ein, dass man sich auch manchmal davor schützen muss um nicht Schaden zu nehmen…

        Die liebevolle Güte Meditation kenne ich und ich mag sie sehr gerne. 🌟 Es ist eine meiner Lieblingsmeditationen.

        Ich wünsche dir gute Nacht! 😊🌟❤️✨💫

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      3. Benita Wiese (Pseudonym)

        Da gibt es nichts zu entschuldigen. Das ist absolut in Ordnung. 🙂 Oft ist es gut in den eigenen Worten zu wiederholen, um den Inhalt besser aufnehmen und einordnen zu können. Es freut mich sehr, dass meine Gedanken dir hilfreich sind. 🙂 ❤ Ich liebe es auch in Bildern zu denken. Es macht Abstraktes für mich leichter fassbar und vermttelbar.
        Alles, alles Liebe dir ❤

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